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Eine rüstige Dame will es noch mal wissen: „Edie“

Edie (Sheila Hancock) zieht es noch mit 83 auf den Berg.  

Edie (Sheila Hancock) zieht es noch mit 83 auf den Berg.  

Foto: Weltkino Verleih

Es ist nie zu spät, einen alten Plan doch noch umzusetzen. Davon handelt das britische Drama „Edie“ mit einer starken Sheila Hancock.

30 Jahre ist es her, dass Edie (Sheila Hancock) eine Ansichtskarte des Suilven in den schottischen Highlands bekam. Ihr Vater wollte mit ihr auf diesen Berg steigen. Doch da erlitt Edies besitzergreifender Mann einen Schlaganfall, bald darauf starb der Vater. Nun, gleich zu Beginn von „Edie – Für Träume ist es nie zu spät“, entdeckt die mittlerweile 83-Jährige jene Postkarte vom Suilven auf ihrem Dachboden wieder. Und schon packt sie, die gerade erst Witwe geworden ist, ihre Koffer, um Papas Plan doch noch in die Tat umzusetzen.

der Trailer zum Film: „Edie“

Unterwegs trifft Edie auf den charmanten Jonny (Kevin Guthrie), der damit hadert, dass er sein Leben den Businessplänen seiner wenig empathischen Freundin unterordnet. Im Besteigen des Suilven ist er allerdings erfahren genug, um sich Edie als Bergführer anzudienen.

Kampf für ein erfüllteres Leben

Zuweilen möchte man sarkastisch unken, der britische Regisseur Simon Hunter, der seit Jahren in Deutschland lebt, habe es mit seiner Wahlheimat nicht schlecht getroffen. Dann formuliert er seine Botschaft so überdeutlich und klischiert, dass sich manche hiesige Filmförderung seiner künftigen Stoffe mit Freuden annehmen dürfte. Glücklicherweise überwiegen jedoch jene Momente, die sich ganz dem Zauber der schottischen Highlands und der Kraft von Hauptdarstellerin Sheila Hancock überlassen. Ihre Edie beeindruckt als entschiedene Kämpferin für ein erfüllteres Leben, bar jeder Larmoyanz und Rührseligkeit.

Drama GB 2019 102 min., von Simon Hunter, mit Sheila Hancock, Kevin Guthrie, Amy Manso