Hauptrolle Berlin

Wie US-Rocker sich als Fans von Rosa Luxemburg outeten

Margarethe von Trotta stellte im Zoo Palast noch mal ihren Film „Rosa Luxemburg“ vor. Und brachte zur Überraschung Barbara Sukowa mit.

Morgenpost-Redakteur Peter Zander mit Margarethe von Trotta (M.) und Barbara Sukowa im Zoo Palast.

Morgenpost-Redakteur Peter Zander mit Margarethe von Trotta (M.) und Barbara Sukowa im Zoo Palast.

Foto: Jörg Krauthöfer

Erst vier Tage zuvor hat sie beim Deutschen Filmpreis die Ehren-Lola fürs Lebenswerk erhalten. Danach wollte Margarethe von Trotta eigentlich zurück nach Paris, ihrer Heimstatt. Aber dann ist sie extra zwei Tage länger in Berlin geblieben, um am Dienstag Abend in der Filmreihe „Hauptrolle Berlin“ – die die Berliner Morgenpost gemeinsam mit dem Zoo Palast veranstaltet – noch einmal ihren Film „Rosa Luxemburg“ vorzustellen, zum 100. Todestag der streitbaren Sozialistin.

Und sie kam nicht alleine: Sie brachte, als Überraschung, auch noch ihre Hauptdarstellerin Barbara Sukowa mit, die in New York lebt und noch seltener in Deutschland ist.

Sieben Filme haben die beiden zusammen gedreht

„Rosa Luxemburg“ ist einer der vielen Filme der Trotta, die von starken Frauen handeln. Im Nachhinein könnte man sich keine andere Regisseurin dafür vorstellen. Dabei war es erst mal ein Projekt von Rainer Werner Fassbinder. Erst nach seinem Tod wurde das Projekt an sie weitergeleitet: weil sie eine Frau war. „Das war das erste Mal, dass mir das zum Vorteil gereichte“, wie sie verschmitzt erzählt.

Fassbinder wollte den Film erst mit Hanna Schygulla, dann mit Romy Schneider, schließlich mit Jane Fonda besetzen. Von Trotta wollte dann aber eine eigene Besetzung. „Die Schygulla spricht so langsam, da hätte der Film eine Stunde länger gedauert. Und Barbara war ein echter Energiequell.“

Die war anfangs ganz bestürzt, dass sie die Rolle spielen sollte. Weil sie der Luxemburg gar nicht ähnlich sah. Sie suchte auch nach anderen Darstellerinnen. Aber von Trotta wollte sie. Nun ist es eine ihrer ganz großen Rollen, vielleicht ihre größte.

Eine wunderbare Anekdote zur Wirkkraft des Films

Dazu erzählt die Sukowa eine wunderbare Anekdote: Wie sie Jahre später mitten im Nirgendwo in den USA, kurz vor der Grenze zu Mexiko, ihren zwölfjährigen Sohn vor einer Bar, vor der lauter Motorräder standen, mal auf eins der Bikes sitzen ließ.

Als sie dann in die Bar gingen, kamen die Biker in ihrer Kluft auf sie zu. Den beiden wurde ganz mulmig. Die sagten aber: „Mum, du bist doch diese deutsche Sozialistin!“ Die Motorradgang hatten den Film gesehen und waren begeistert. Besser kann man nicht erzählen, wie zeitlos und universal „Rosa Luxemburg“ ist. Sieben Filme haben die Regisseurin und die Schauspielerin zusammen gedreht. Die beiden bekennen an diesem Abend, dass sie gern noch einen achten machen möchten.

Als nächstes ist in der Filmreihe am 4. Juni, zu Ehren von Harald Juhnke, der im Juni 90 Jahre alt geworden wäre, „Der Hauptmann von Köpenick“ zu sehen. Zu Gast ist dann Katharina Thalbach.