Neu im Kino

Die Rechten und die Kinder: „Kleine Germanen“

Dieser Dokumentarfilm will das Richtige tun und das rechte Gedankengut in Kindergärten aufdecken. Und doch verheben sich die Regisseure.

Sind wir schon so weit? Animierte Szenen von Kindern, die im Kindergarten salutieren und stramm stehen.

Sind wir schon so weit? Animierte Szenen von Kindern, die im Kindergarten salutieren und stramm stehen.

Foto: dpa

An den guten Absichten der Filmemacher ist nicht zu zweifeln: Sie wollen in ihrem Dokumentarfilm darlegen, was es bedeutet, im rechtsextremen Milieu aufzuwachsen. Der Ton, den sie anschlagen, ist verständnisvoll und nachsichtig. Zur Illustration zeigen sie kleine Kinder beim Spielen.

Die Bilder suggerieren Bedeutsamkeit: nach dem Motto „Kinder sind unsere Zukunft“. Es geht eine Art Appell von ihnen aus, diese jungen Wesen nicht den „Rechten“ überlassen – und dann schleicht sich ein störender Gedanke ein: Wer sind die Kinder in diesen Bildern eigentlich?

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Ist es tatsächlich Nachwuchs aus dem rechtsextremen Milieu? Sind inzwischen etwa ganze Kindergärten in AfD-Hand? Oder illustrieren die Regisseure Mohammad Farokhmanesh und Frank Geiger ihre Thesen mit Bildern „irgendwelcher“ Kinder?

Leider zieht sich diese Unklarheit darüber, was hier dargestellt wird und wie es gemeint ist, durch den ganzen Film. Geiger und Farokhmanesh lassen verschiedene Positionen zu Wort kommen: Da sprechen namhafte Vertreter diverser rechter Initiativen selbstbewusst und leider unhinterfragt vom eigenen Aufwachsen und ihren Erziehungsidealen. Man hört Expertenstimmen, die wenig originell auf die Gefahren der Indoktrination hinweisen und zwischendurch wird ein realer Erlebnisbericht mit stilvoll gezeichneter Animation bebildert. Der Erkenntnisgewinn hält sich dabei in Grenzen.