Konzert in Berlin

The Kooks liefern im Tempodrom ein Wohlfühl-Konzert ab

The Kooks geben ein unaufgeregtes Konzert im Tempodrom - und bedanken sich bei ihren Fans für die „Gemütlichkeit“.

The Kooks haben in Berlin ein wohltemperiertes Konzert abgeliefert (Archivbild).

The Kooks haben in Berlin ein wohltemperiertes Konzert abgeliefert (Archivbild).

Foto: xim.gs/ Philipp Szyza

Berlin. Lässig schlendern die vier Briten auf die Bühne des Berliner Tempodroms. Ohne Eile und ohne große Gesten begrüßen The Kooks ihr Publikum. Diese unaufgeregte Art, mit der das Quartett aus Brighton in den Saal kommt, wird bezeichnend für den Rest des Konzerts werden. Denn nach knapp 15 Jahren Bandgeschichte merkt man den Musikern ihre Routine an.

Mit dem Hit „She Moved in Her Own Way“ haben The Kooks das Publikum am Dienstagabend schon früh auf ihrer Seite. Die tanzbare Nummer bringt sofort Bewegung in die Menge, und auch die Fans auf den Rängen reißt es aus ihren Sitzen. Im Gegensatz zu seinen drei Bandkollegen nimmt Sänger Luke Pritchard die Energie des Publikums restlos auf. Sofern ihm keine Gitarre die Bewegungsfreiheit nimmt, wirbelt er während der Songs über die Bühne, dreht Pirouetten und kokettiert mit dem Publikum. Der Rest der Band bleibt für den Großteil des Abends Hintergrund-Dekoration.

The Kooks stehen für Feel-Good-Musik

The Kooks, die sich nach dem gleichnamigen Song von David Bowie benannt haben, sind der Feel-Good-Movie unter den Britpop-Bands. Die Lieder sind meist fröhlich, leicht verdaulich und handeln in der Regel von einer Frau. Doch natürlich gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel die Ballade „See Me Now“, die Sänger Pritchard seinem verstorbenen Vater gewidmet hat und für die er sich zeitweise ans Klavier setzt.

Wie die meisten Lieder an diesem Abend stammt „See Me Now“ von einem der älteren Alben der Band. Die aktuelle Platte „Let’s Go Sunshine“, an dem die Musiker immerhin drei Jahre gearbeitet haben, bekommt mit Songs wie „Pamela“ zwar ihren Raum, drängt sich jedoch nicht in den Vordergrund. Insgesamt bleibt der Abend erwartbar. The Kooks liefern nicht die ganz große Show ab. Doch ein Reinfall ist das Konzert sicher auch nicht, vielmehr scheint die Band auf Nummer sicher zu gehen.

Ein Abend ohne Überraschungen

Auch wenn der Abend ohne Überraschungen auskommen muss, kann man Sänger Pritchard zu jedem Zeitpunkt den Spaß ansehen. Er selbst fasst das zwischen zwei Liedern mit dem Satz „I just love playing music“ zusammen. Während einer der kurzen Ansagen Pritchards meldet sich schließlich Gitarrist Hugh Harris zu Wort, der an diesem Abend lediglich durch einige kurze Soli aufgefallen ist. Auch er scheint die Stimmung der Band zusammenfassen zu wollen, als er auf Deutsch einwirft: „Vielen Dank für die Gemütlichkeit.“

Kurz vor Schluss gibt es dann noch einen Lagerfeuer-Moment. Dazu steht Pritchard allein mit seiner Akustikgitarre am vorderen Rand der Bühne, gibt den Song „Seaside“ zum Besten und fordert das Publikum zum Mitsingen auf. Dass sich der Sänger ebendieses Lied für die Schlussminuten des Konzerts aufgespart hat, ist gewissermaßen genial. Denn schließt man nun die Augen, kann man die salzigen Ausdünstungen der durchgeschwitzten Band-Shirts im Publikum mit ein wenig Fantasie für eine leichte Meeresbrise halten.

Insgesamt bleibt der Abend bis zuletzt ohne signifikante Höhen und Tiefen. Doch nachdem man anderthalb Stunden lang Zeuge der guten Laune auf der Bühne werden konnte, bleibt zumindest anzunehmen, dass die meisten Fans das Tempodrom an diesem Abend äußerst zufrieden verlassen. Dafür spricht am Ende auch der tosende Applaus, mit dem die Band nach einer kurzen Zugabe von ihrem Publikum verabschiedet wird.