Nachruf

Bond-Girl Tania Mallet mit 77 Jahren gestorben

Bond-Girls haben eine kurze Halbwertszeit. Das musste auch Tania Mallet erleben. Nun ist das Erfolgs-Model mit 77 Jahren gestorben.

Großer, aber einziger Auftritt: Tania Mallet als Tilly Masterson im dritten Bond-Film „Goldfinger“

Großer, aber einziger Auftritt: Tania Mallet als Tilly Masterson im dritten Bond-Film „Goldfinger“

Foto: mago images / Cinema Publishers Collection

Ein Vorsatz, den jede Schauspielnovizin beherzigen sollte: Lass dich nie mit James Bond ein. Natürlich klingt es erst mal verlockend, in einem 007-Film mitzuwirken. Garantiert schauen Millionen zu. Aber der berühmte Film-Agent hat nicht nur die Lizenz zum Töten, sondern auch zum Frauenverschleiß. Und die Halbwertszeit eines Bond-Girls ist kurz. Die wenigstens kommen über die erste Filmhälfte hinweg.

Auch Tania Mallet reiht sich da ein. Sie spielte zwar 1964 in „Goldfinger“, den viele noch immer für den besten aller Bond-Filme halten, an der Seite von Sean Connery, den viele noch immer für den besten aller Bond-Darsteller halten. Aber auch sie blieb nur wenige Szenen am Leben.

Kurzer Auftritt, drastischer Abgang

Nein, sie ist nicht die, die goldüberzogen im Bett liegt. Den wohl ikonischste aller 007-Tode starb Shirley Eaton. Mallet spielte ihre Schwester Tilly Masterson, die deren Tod rächen will. Sie durfte sich mit 007 immerhin ein Autorennen liefern, das ist ja auch irgendwie eine Frage der Potenz. Aber kurz darauf stirbt auch sie einen sehr drastischen Tod: durch den Wurf eines eisernen Huts von Goldfingers stummem Diener Oddjob.

„Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Freunden in dieser traurigen Zeit», hieß es am Sonntag auf dem offiziellen Twitter-Konto der 007-Reihe.

Der Film hat Tania Mallet kein Glück gebracht. Die Britin, die ihre Karrie schon mit 16 begann, war in den 60er-Jahren ein gefragtes Modell. Sie war auch schon zum vorherigen Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“ im Gespräch gewesen, da sogar als die Bond-Gespielin, die mit 007 ins Happy End schipperte. Aber der Part ging dann an Daniela Bianchi.

Keine weiteren Filme mehr gedreht

Nach „Goldfinger“ blieben weitere Offerten aus. Erst 13 Jahre später hatte sie ihren einzigen weiteren Auftritt in einer Folge von „Mit Schirm, Charme und Melone“, ohne im Abspann genannt zu werden. Mallet, eine Cousine der sehr erfolgreichen Schauspielerin Helen Mirren, nahm es gelassen.

Sie nannte das Filmen zwar eine spannende Erfahrung, aber die Restriktionen während des Drehens hätten ihr nicht behagt. Und die Filmerei hatte ihr deutlich weniger eingebracht. Als Model verdiente sie damals satte Gagen von bis zu 2000 Pfund pro Woche, beim Dreh magere 150.

Tania Mallet war Bond nicht böse. Und noch im Alter zeigte sie sich auf der „James Bond’s Finest“-Reunion 2006 mit anderen Bond-Girls wie Brit Eklund und Maud Adams. Nun ist sie im Alter von 77 Jahren gestorben. Eines ganz natürlichen Todes.

(ZDR)