Ohrenbetäubender Applaus für die Dave Matthews Band

In den USA füllt die Band größte Stadien. Wer bei ihrem fantasiesprühenden Konzert im Tempodrom dabei war, weiß warum.

Musiker Dave Matthews gibt auf der Bühne alles. Jedes Konzert ist einzigartig.  (Archivbild)

Musiker Dave Matthews gibt auf der Bühne alles. Jedes Konzert ist einzigartig. (Archivbild)

Foto: Gonzales Photo - Terje Dokken / picture alliance / Photoshot

Im schummerig blauen Bühnenlicht nehmen die Musiker ihre Plätze ein. Der Applaus, der sie am Sonnabend im nahezu ausverkauften Tempodrom empfängt, ist ohrenbetäubend. Dann zerreißen grelle weiße Scheinwerferspots das mystische Zwielicht. Und mit dem funkrockigen „Too Much“ von ihrem 1996 erschienenen, zweiten Album „Crash“ eröffnet die amerikanische Dave Matthews Band ein Berlin-Konzert, das mit stupenden musikalischen Höhenflügen und überbordender Spielfreude überrumpelt.

In den USA füllt die 1991 gegründete Gruppe größte Stadien. Ihre Alben landen mit schöner Regelmäßigkeit auf Platz 1 der Billboard-Charts. Das europäische Publikum tut sich mit dieser lustvoll ausgetüftelten Musik indes etwas schwerer. Doch wer die Band an diesem Abend erlebt, versteht die Faszination, die von den Songs des in Südafrika geborenen, in Virginia heimischen Dave Matthews und seiner Crew ausgeht. Hier stehen sechs exzellente Virtuosen und ein so stimmversierter wie fantasiesprühender Sänger, Gitarrist und Songschreiber im Rampenlicht und machen Staunen mit ihrem experimentierfreudigen Mix aus Funk, Rock, Jazz und Folk.

Jedes Konzert ist einzigartig

Kein Konzert gleicht dem anderen. Stets wird die abendliche Songliste komplett umgekrempelt, um das Live-Erlebnis einzigartig zu machen. Neben Bandleader Matthews gehören Gitarrist Tim Reynolds, Bassist Stefan Lessard und Schlagzeuger Carter Beauford zur Urbesetzung. Trompeter Rashwan Ross, Saxofonist Jeff Coffin und Neuzugang Buddy Strong an den Keyboards komplettieren das traumhafte Gespann, das sowohl im Ensemble als auch bei ausufernden Soloeinlagen überzeugen kann. Auch wenn der Sound anfangs nicht mit der Qualität der Show mithalten kann.

Das pulsierende „Louisiana Bayou“ gibt es in Berlin gleich als zweites Stück. Vom neuen Album „Come Tomorrow“ singt Matthews „Samurai Cop (Let Joy Begin)“. „Stand Up (For It)“ von 2005 vermengen sie mit dem Junior Walker-Klassiker „Shotgun“. Später wird es Coverversionen von Peter Gabriels „Sledgehammer“ und Steve Millers „Fly Like An Eagle“ geben. Und neben weniger bekannten Songs auch Matthews-Band-Klassiker wie „Don’t Drink The Water“ oder „Ants Marching“.

Fast drei Stunden lang begeistert die Dave Matthews Band mit so treibenden wie hymnischen Songs, irrwitzigen Taktwechseln und schwelgerischen Melodien. Keyboarder Buddy Strong trägt eine Aufschrift auf seinem T-Shirt, die den Abend nicht besser beschreiben könnte. „Always Good Vibes“ ist dort in großen Lettern zu lesen. Der Schlussapplaus ist so euphorisiert wie lang anhaltend.