HBO

"QualityLand" von Marc-Uwe Kling wird als Serie verfilmt

Marc-Uwe Klings Zukunftssatire „QualityLand“ wird verfilmt. Das amerikanische Medienunternehmen HBO will dazu eine Serie produzieren.

Der Autor Marc-Uwe Kling steht bei einem Fototermin vor der Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises vor einer Fotowand.

Der Autor Marc-Uwe Kling steht bei einem Fototermin vor der Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises vor einer Fotowand.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Berlin.  Mit seinen vier Büchern und Hörbuchern zum „Känguru“ hat Marc-Uwe Kling die Bestsellerlisten gestürmt und für regen Andrang in den deutschen Theatern gesorgt. Jetzt hat der deutsche Autor und Poetry-Slamer einen weiteren Coup gelandet: Sein 2017 erschienener Zukunftsroman „QualityLand“ wird verfilmt – vom amerikanischen Sender HBO, der unter anderem auch „Game of Thrones“ produzierte.

„Crazy shit“ kommentierte Kling auf Twitter, wo er bekannt gab, dass sich der US-Sender die Rechte an „QualityLand“ gesichert habe. In „QualityLand“ geht es um eine digitale Zukunftsgesellschaft, in der Menschen komplett von Technik und Internet abhängig sind. Dabei haben Maschinen Alltagsaufgaben in Gänze übernommen. Zugleich gibt es viele, verschärfte, Parallelen zur Realität.

Parallelen zur Wirklichkeit

So existiert in dem Roman ein Wertungssystem, wie „nützlich“ Menschen für das System sind, das an das chinesische Punktesystem erinnert. Maschinen übernehmen bei „QualityLand“ zudem die Wahlentscheidung und Online-Händler schicken automatisch Güter, ohne dass diese bestellt worden wären, per Flugdrohnen bis an die Haustür der „Nutzer“. In der Realität experimentiert der Online-Händler Amazon seit Jahren mit Flugdrohnen.

Außerdem sind in „QualityLand“ rechtsextreme Parteien sind auf dem Vormarsch, die insbesondere in ländlichen Gebieten stark abschneiden – eine Parallele zur gegenwärtigen europäischen Entwicklung.

Der 37-jährige Autor hatte zwei Fassungen von „QualityLand“ geschrieben: eine positive und eine negative Zukunftsvision. An welcher Version sich die Verfilmung orientieren wird, ist noch unklar. Fest steht laut „Hollywood Reporter“ aber bereits, dass HBO aus dem Stoff eine Serie produzieren will.

Fans reagieren humorvoll

Die Fans des Autors reagierten in den Sozialen Netzwerken mit Humor. Marc-Uwe Kling hatte sich in seinen kapitalismuskritischen Büchern über das „Känguru“, wo er als zweifelender Ich-Erzähler und Kleinkünstler mit einem kommunistischen Beuteltier zusammenwohnt, immer wieder kritisch über amerikanische Verfilmungen lustig gemacht. Dabei ging es immer wieder um die „beachtlichen Summen“, die amerikanische Konzerne zahlen würden, um sich anschließend ihre Handlungen zurecht zu biegen.

Entsprechend hakten Twitter-Nutzer nach Bekanntwerden der Verfilmung bei Marc-Uwe Kling nach: „Mich würde jetzt noch interessieren, ob die angebotene Summe beachtlich ist.“

Ein weiterer Nutzer kommentierte, dass HBO Glück habe, „dass sie passenden Ersatz gefunden haben, wo doch GoT (Anm. d. Red.: „Game of Thrones“) jetzt bald durch ist“. Die letzte Staffel der HBO-Erfolgsserie „Game of Thrones“ wird ab dem 14. April ausgestrahlt. Anfang März war der erste Trailer der finalen Staffel veröffentlicht worden.

Marc-Uwe Kling ist nicht nur als Autor aktiv, er tourt derzeit auch mit seiner Band „Arbeitsgruppe Zukunft“ durch Deutschland. Daneben nimmt er in der Regel alle zwei Wochen in Berlin an einer Lesegruppe, der „Lesedüne“ teil. (tki)