Museum

Schlüsselübergabe fürs Haus Bastian

Nach langem Zögern: Die Berliner Sammlerfamilie Bastian hat ihr Chipperfield-Haus an die Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben

Kunstsammler Heiner Bastian (l.), und Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, vorm Haus Bastian

Kunstsammler Heiner Bastian (l.), und Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, vorm Haus Bastian

Foto: Britta Pedersen / dpa

Nach einigem Zögern hat die Berliner Sammlerfamilie Bastian ihr Chipperfield-Haus an die Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben. Den Übergang markierte am Dienstag in Berlin ein Festakt in dem futuristischen Galeriehaus an der Museumsinsel. Der Standort wird künftig „Haus Bastian der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz” heißen. In dem Gebäude soll ein kulturelles Bildungszentrum vor allem für junge Leute eingerichtet werden, in dem ab Sommer 2019 Museumsbesuche vor- und nachbereitet werden können.

Das Tor zur Berliner Museumsinsel

„Das Ausstellungshaus ‚Am Kupfergraben 10‘, das oft als ‚Tor zur Museumsinsel‘ bezeichnet wurde“, sagte Kunstsammler Heiner Bastian, „ist längst zu einem öffentlichen Ort der Begegnung geworden. Jetzt werden die Staatlichen Museen einen

Weg fortsetzen, der, wenn wir es so formulieren dürfen, vor zehn Jahren mit dem subjektiven Blick unserer Familie auf hundert Jahre europäische und nordamerikanische Kunstgeschichte begann.“ Er könne sich in den Räumen nichts anderes vorstellen „als ein kulturelles Leben“, sagte Sohn Aeneas Bastian: „Ich wünsche mir, dass hier Vergangenheit und Zukunft einander begegnen.“

Die letzte Ausstellung endet am Sonnabend

Die exponierte Lage am Kupfergraben 10 direkt gegenüber dem neu entstandenen Empfangsgebäude der Museumsinsel, der ebenfalls von Chipperfield entworfenen James-Simon-Galerie, mache das Haus zu einer idealen Ergänzung des Unesco-Welterbes der Museumsinsel, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung, und dies nicht zuletzt wegen der Architektur. In den lichtdurchfluteten Innenräumen würden die großen Fenster den Blick freigeben bis hin zum Neuen Museum und zum Humboldt-Forum.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, bedankte sich für das außergewöhnlich großzügige Geschenk von Céline, Heiner und Aeneas Bastian. „Wir begreifen dies als riesige Chance“, so Parzinger: „Denn Museen müssen heute in ganz anderer Weise als früher mit den Besuchern kommunizieren, sich auf sie zubewegen und ihnen Angebote machen, die den Besuch zu einem Erlebnis machen.“ Der Bau des britischen Stararchitekten David Chipperfield, war nach der Fertigstellung 2007 mit einer Ausstellung des britischen Künstlers Damien Hirst eröffnet worden. Die aktuell präsentierten Arbeiten unter anderem von Joseph Beuys und Anselm Kiefer sind noch bis Sonnabend zu sehen, bevor alles abgehängt wird.

Um das rund 2000 Quadratmeter große Haus hatte es einiges Hin und Her gegeben. Das Gebäude sollte ursprünglich schon 2016 an die Preußenstiftung gehen. Damals hieß es, der schwäbische Schrauben-Unternehmer und Kunstsammler Reinhold Würth werde den Ankauf finanzieren. Wenige Tage später jedoch kündigte die Familie Bastian an, sie wolle der Stiftung das Haus nun selbst schenken. Später zogen die Eigentümer das Angebot überraschend wieder zurück – um einige Monate darauf ihr ursprüngliches Versprechen dann doch noch wahr zu machen. BM