„Dinosaurier“

Show kommt nach Berlin: Das Duell der Riesenechsen

Die Show „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ feiert international Erfolge. Im Frühjahr kommt sie nach Berlin.

Hier möchte man sich lieber nicht einmischen: Zwei Vertreter der Gattung Torosaurus duellieren sich.

Hier möchte man sich lieber nicht einmischen: Zwei Vertreter der Gattung Torosaurus duellieren sich.

Foto: Patrick Murphy

Berlin. Man tut wohl niemandem Unrecht, wenn man vermutet, dass sich die paläontologische Allgemeinbildung in der Regel auf die Kenntnis des Tyrannosaurus rex beschränkt: also jenes Ungetüms, das vor circa 68 Millionen Jahren durch die Landschaft spazierte, bis zu 12,4 Metern lang und 6,8 Tonnen schwer sein konnte. Der T-Rex, wie die furchteinflößende Kreatur gern abkürzend genannt wird, hat in unserer Beschäftigung mit dem Dinosaurierzeitalter schon immer die Schurkenrolle übernommen – und Steven Spielbergs „Jurassic Park“ (1993) trug mitsamt seinen Fortsetzungen freudig dazu bei. Auch das Berliner Naturkundemuseum präsentiert seinen T-Rex namens Tristan Otto im gruseligen Schummerlicht.

Es ist also einigermaßen folgerichtig, wenn die Show „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ auf Ihren Plakaten mit einem T-Rex wirbt, der sein mit spitzen Zähnen bewehrtes Maul angriffslustig aufreißt. Die beispiellos aufwendige, neunzigminütige Dino-Parade basiert auf der gleichnamigen BBC-Dokumentarserie, die Ende der 90er-Jahre Erfolge feierte und es weltweit auf über 700 Millionen Zuschauer brachte. Nur dass sie auf die damals schon beachtlichen Möglichkeiten der Computeranimation zurückgriff, während die Liveshow mit Dinosaurierpuppen in Lebensgröße aufwartet. Wie es sich angefühlt hätte, wenn man als kleines Menschlein einem solchen Urzeitriesen einmal leibhaftig begegnet wäre: Das kann man nur durch diese Show in Erfahrung bringen.

Mit den zum Teil dürftig animierten Dinosaurierskulpturen, die man seit Jahren aus diversen Freizeitparks kennt, hat das nicht allzu viel zu tun. Die großen Exemplare der insgesamt 18 Dinos sind geradezu vollgestopft mit Technik: Sie enthalten sechs Hydraulikmotoren, 132 Meter hydraulische Schläuche, 1000 Meter Kabel, 24 Mikroprozessoren und werden aus zwölf Lkw-Batterien mit sieben Kilowatt Strom versorgt. Für die Koordination der Bewegungen sind drei Mitarbeiter im Einsatz: Einer fährt das gut getarnte kleine Fahrzeug zu Füßen des Sauriers, zwei weitere steuern aus der Distanz die Bewegungen von Kopf und Schwanz, öffnen und schließen Augen und Maul, beugen den Hals und steuern die Geräusche. Die kleineren Exemplare werden von kostümierten Schauspielern auf die Bühne gebracht. Es wirkt in beiden Fällen verblüffend authentisch und lässt in seinen besten Momenten vergessen, dass man sich nicht im Kreidezeitalter, sondern in einer klimatisierten Veranstaltungshalle der Gegenwart befindet.

Die Show verzichtet auf eine allzu komplexe Dramaturgie und vertraut ganz auf die Faszinationskraft des fernen Erdmittelalters – womit sie auch für jüngere Dinofans gut geeignet ist. Ein Schauspieler führt als abenteuerlustiger Paläontologe Huxley durch den Abend, der nebenbei auch eine ganze Menge verlorenes Schulwissen in Erinnerung bringt: über die Kontinentaldrift zum Beispiel, über die natürliche Selektion oder die Ko-Evolution von Tieren und Pflanzen. So
sorgen der Tyrannosaurus, der Plateosaurus, der Brachiosaurus und viele andere nicht nur für spektakuläre Showeffekte, sondern bekämpfen auch noch ein paar Bildungslücken.

Mercedes-Benz Arena, Mercedes-Platz 1, Friedrichshain. Vorstellungen: 8.2. (19 Uhr), 9.2. (11, 15 u. 19 Uhr) und 10.2. (11 Uhr)