Gedächtniskirche

Vicky Leandros begeistert mit ihrem Weihnachtskonzert

In der Gedächtniskirche stimmte die Schlagersängerin auf die festlichen Tage ein - mit ihrem Gala-Konzert „Alle Jahre wieder“.

Vicky Leandros auf der Bühne (Archivbild).

Vicky Leandros auf der Bühne (Archivbild).

Foto: Getty Images / Redferns/Getty Images

Berlin. Das abendliche Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ringsum die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis­kirche ist gewaltig. Ebenso wie der Lärm. Man fragt sich, was daran besinnlich sein soll? Ganz anders im Gotteshaus selbst. Hier zelebriert Vicky Leandros ihr Weihnachts-Gala-Konzert „Alle Jahre wieder“.

Im kleinen, intimen Rahmen singt die zierliche Sängerin deutsche, griechische, spanische und amerikanische Weihnachtslieder, aber auch viele Balladen, die zur Adventszeit passen. Wie das berühmte schottische Traditional „Auld Lang Syne“. Da ist die 66-Jährige stimmlich noch nicht ganz auf der Höhe. Einige Töne sitzen nicht. Doch das ändert sich rasch. Spätestens bei Irving Berlins swingendem Klassiker „White Christmas“ ist die markante, nuancenreiche Stimme voll da. Und ganz nebenher schwelgt Vicky Leandros in Kindheitserinnerungen. Einst sang sie das Lied mit ihrem Vater Leo, der bekanntlich viele Hits seiner Tochter mitkomponierte. Etwa „Après toi“, mit dem sie 1972 den Grand Prix gewann.

Elegant im schwarzgold-changierendem Kleid, erobert Vicky Leandros ihr Publikum im Sturm. Viele Zuschauer kommen immer wieder gern zu den Konzerten der gebürtigen Griechin, die seit ihrem sechsten Lebensjahr in Deutschland lebt. Daher ist die Stimmung nicht nur festlich und fröhlich zugleich, sondern auch sehr familiär.

Vicky Leandros vereint mühelos griechische und deutsche Weihnachtstraditionen. Kein Wunder, besitzt sie doch beide Staatsbürgerschaften. Die Griechen feiern Heiligabend ausgelassen bei mitreißenden Songs und gutem Essen. Bei den Deutschen indes wird es mit „Süßer die Glocken“ um einiges besinnlicher. Vicky Leandros gesteht, dass diese deutschen Lieder der Grund sind, warum sie Weihnachtskonzerte gibt. Ihr liebstes ist „Maria durch ein Dornwald ging“.

Vorzüglich begleitet wird Vicky Leandros von ihrer vierköpfigen Band unter der musikalischen Leitung von Bo Heart. Nach mehr als 50 Bühnenjahren und über 55 Millionen verkauften Tonträgern, weiß die Sängerin auch, was das Publikum neben einer gelungenen Einstimmung auf das Fest will: Den schönsten Hit ihrer Karriere - „Ich liebe das Leben“. Ihren persönlichen Mutmach-Song, bei dem alle einstimmen. Der Jubel danach will kaum verhallen.

Daraufhin wird es noch einmal richtig festlich. Kerzen werden entzündet. Und Vicky Leandros singt inniglich „Little Drummer Boy“. Sowie „Es ist ein Ros entsprungen. Dann entert der Canzonetta-Kinderchor die Bühne, umringt Vicky Leandros. Singt mit ihr „Ihr Kinderlein kommet“ und „Leise rieselt der Schnee“. Ein herziges Bild, fast an der Grenze zum Kitsch. Zu Weihnachten auf jeden Fall erlaubt. Zum Schluss gibt es noch Leonard Cohens „Hallelujah“. Wie gewohnt auf Konzerten von Vicky Leandros. Aber bei weitem nicht so dunkel wie beim kanadischen Sänger. Sondern hoffnungsfroh und licht. Absolut passend zur Jahreszeit.