Hauptrolle Berlin

Wie Regina Ziegler Erich Kästner im Bett kennenlernte

Im Zoo Palast erzählt die Filmproduzentin über ihre Produktion „Fabian“. Und wie die Finanzierung des Films fast geplatzt wäre.

Regina Ziegler (M.) mit Hans Peter Hallwachs und Morgenpost-Redaktuer Peter Zander.

Regina Ziegler (M.) mit Hans Peter Hallwachs und Morgenpost-Redaktuer Peter Zander.

Foto: David Heerde

Sie kommen Arm in Arm auf die Bühne: Regina Ziegler, die Filmproduzentin, und der Schauspieler Hans Peter Hallwachs, der die Titelfigur in ihrer Produktion „Fabian“ spielte. Vor 38 Jahren. In der Filmreihe „Hauptrolle Berlin“, die der Zoo Palast gemeinsam mit der Berliner Morgenpost veranstaltet, wurde die Erich-Kästner-Adaption am Dienstag noch einmal gezeigt. Und Regina Ziegler erzählt auch gleich, wie sie die Bekanntschaft mit Erich Kästner machte. Mit 14, unter der Bettdecke. Sofort ist es still im Saal. Eine gut gesetzte Pointe. Denn gleich fährt sie fort, wie sie da mit der Taschenlampe den Roman „Fabian“ las. Heimlich, weil ihre Mutter verboten hatte, das vermeintlich verrufene Buch zu lesen. Was das Interesse ja eher steigert.

Jahre später hat sie durch Zufall erfahren, dass die Rechte am Roman frei seien. Erich Kästner war schon verstorben, die Rechte besaß nicht nur seine Witwe, sondern auch eine andere Dame. Regisseur Wolf Gremm, Zieglers Ehemann, sprach mit beiden. Die eine sagte Ja, die andere Nein. Er meinte salopp: Beide wollen. Und so machten sie sich an eine Produktion, die mit rund sechs Millionen DM eine für damalige Verhältnisse immens teure Angelegenheit war.

Ziegler musste lange nach Finanziers suchen. Sie fand sie schließlich beim Hollywoodstudio United Artists. Flog zum ersten Mal in die USA. Und wurde dort im 22. Stock vom UA-Chef empfangen, der von dem Projekt begeistert war. Am Tag danach musste sie freilich in der Zeitung lesen, dass der Mann gefeuert worden war. Die Suche begann von Neuem.

Hallwachs war damals hauptsächlich Theaterschauspieler, gehörte 1980 zum Ensemble des Schiller Theaters. Der „Fabian“ hat „uns beiden Glück gebracht“ ,wie die beiden unisono meinen. Sie wollen auch gar nicht allzu viel darüber verraten. Sie brennen darauf, diesen Film, der ziemlich genau in der Hälfte ihres bisherigen Lebens gemacht wurde, nun noch mal mit Publikum zu erleben.

Als nächstes läuft in unserer Filmreihe ein Werk, das just in jenem Jahr gedreht wurde, in dem „Fabian“ spielt: Am 8. Januar wird der frisch restaurierte Stummfilmklassiker „Menschen am Sonntag“ aus dem Jahr 1930 gezeigt, der der Grundstock für gleich mehrere Hollywoodkarrieren war.

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