Kultur

Museumsinsel ist jetzt bei Google stärker vertreten

Ein neues Angebot im Netz macht Lust auf die Bestände

Das Gemälde „Verkündigung an Maria“, um 1500 im italienischen Lucca von unbekannter Hand gemalt, zählt zu jenen künstlerischen Werken, mit denen man sehr viel Zeit verbringen kann. Das liegt nicht nur an seiner Farbenpracht, sondern auch an den vielen kleinen Details, in denen man symbolische Bedeutung vermuten kann: Was wollen uns die Schnitzereien auf dem Gestühl sagen, auf dem Maria dem Erzengel Gabriel lauscht? Welche Bücher liegen vor ihr aufgeschlagen? Gibt es etwas in der Landschaft zu entdecken, die sich hinter den Fensterbögen erstreckt?

Natürlich kann nichts einen Besuch im Bode-Museum ersetzen, wo sich das Bild im Original studieren lässt. Aber was die Staatlichen Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture seit Dienstag im Netz präsentieren, lässt doch einen sehr aufschlussreichen Einblick zu. An das hochaufgelöste Bild (fünf Gigapixel) kann man sich derart nah heranzoomen, dass selbst hingestrichelte Miniaturfiguren sichtbar werden. Bislang nicht entzifferbare Schriftzüge lassen sich plötzlich lesen.

Es ist nur eines von 4000 Objekten, die die Staatlichen Museen für die Seite g.co/museumislandberlin freigegeben haben. Anhand von ausgewählten Exponaten werden kleine Geschichten erzählt, durch die man sich hindurchscrollen kann und die im unterhaltsamen, leicht zugänglichen Ton daherkommen. Zur Nofretete oder zum Pergamon-Altar finden sich umfangreiche multimediale Dokumentationen. Technisch am eindrucksvollsten ist sicherlich eine dreidimensionale Animation, die es ermöglicht, das berühmte Ishtar-Tor virtuell in die babylonische Ruinenstätte einzufügen. Der „Goldene Zeremonialhut“ aus dem Neuen Museum lässt sich als Animation aus allen erdenklichen Winkeln untersuchen. Das neue Angebot, das Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gestern vorstellte, ist eine sehenswerte Ergänzung zur Website der Staatlichen Museen.

Die Web-Adresse: g.co/museumislandberlin

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