Kultur

Einheitsband aller 11.400 Gemeinden

Von Aach bis Zwönitz: Berlin plant zum 3. Oktober kilometerlangen Namensstreifen

Vom baden-württembergischen Aach bis zum sächsischen Zwönitz – zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober will Berlin jede Gemeinde in Deutschland mit jeweils einem traditionell gelben Ortsschild würdigen. Der rund fünf Kilometer lange Streifen solle „eine visuelle Verdeutlichung unseres Selbstverständnisses sein“, sagte Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH, am Freitag. Er bereitet die Einheitsfeier vor. Der Heimatort sei für viele Menschen in Deutschland der wesentliche Bezugspunkt ihrer Herkunft – „manchmal noch stärker als die eigene Nation“.

Zwischen Hauptbahnhof und Potsdamer Platz, über die Fußgänger-Spreebrücke, vorbei am Kanzleramt und über die Straße des 17. Juni sollen auf dem Streifen alle rund 11.400 Gemeinden aufgezählt werden. Die Schilder in Originalgröße mit schwarzer Schrift auf gelbem Hintergrund sollen aus einem haftenden, rutschfesten Material hergestellt und auf Bürgersteigen angebracht werden, teilweise auch nebeneinander. Zuerst hatte der „Tagesspiegel“ über das Projekt berichtet.

Für die technische und logistische Umsetzung des Vorhabens läuft die öffentliche Ausschreibung. Das Einheitsfest vom 1. bis 3. Oktober steht unter dem Motto „Nur mit Euch“. Die Aktion stehe auch in dem Geist, dass Deutschland von der Vielfalt ihrer Orte geprägt werde, sagte van Dülmen. Erwartet werden zu dem Fest eine Million Besucher. Ob der Streifen „Band der Einheit“ oder „Einheitsband“ heißen soll, stehe noch nicht fest, so van Dülmen.

Zum Einheitstag plant Berlin einen „riesigen Tag der offenen Tür“. Die Bundesländer werden sich ebenso präsentieren wie Vereine. Zum Abschluss ist ein Konzert am Brandenburger Tor geplant. Der Einheitstag wird jedes Jahr von dem Bundesland ausgerichtet, das den Vorsitz im Bundesrat hat. In diesem Jahr ist es Berlin.