Kultur

Mein Terminkalender

Was man nächste Woche in Berliner Museen sehen kann

In dieser Rubrik erzählen die Mitarbeiter des Kulturressorts im wöchentlichen Wechsel, welche Termine sie sich für die kommende Woche vorgenommen haben.
Heute: Gabriela Walde, Kunst-Redakteurin

Wer einmal durch die Gassen von Görlitz in Sachsen geschlendert ist, weiß, diese Stadt ist wirklich eine der schönsten Deutschlands, mit wunderschöner mittelalterlicher Altstadt und tollem Gründerzeitviertel. Wie durch ein Wunder wurde sie im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört. In der DDR war sie dem Verfall preisgegeben, die Wende war ihre Rettung. Kaum zu glauben, mit 4000 denkmalgeschützten Gebäuden ist Görlitz heute ein Flächendenkmal – mit den meisten geschützten Gebäuden in Deutschland. Diesen Wiederaufbau dokumentiert nun die Ausstellung „Görlitz – Auferstehung eines Denkmals“mit Fotografien des Dresdner Fotografen Jörg Schöner in der Kunstbibliothekam Kulturforum. Die Schau, die bis Anfang August läuft, ist nach dem Prinzip vorher/nachher aufgebaut. Ende der 70er-Jahre fing Schöner an, verfallene Treppenaufgänge, Fassaden mit dunklen Fensterlöchern, die Hinterhöfe am Untermarkt und rund um den Karpfengrund sowie die Langenstraße zu dokumentieren. Für seine Diplomarbeit wollte er das architektonische Verschwinden festhalten. Sein Professor sagte: „Geh nach Görlitz und fotografiere die Altstadt, bevor sie zusammenfällt oder abgebrochen wird.“ Heute wirken einige Fotos wie aus der Zeit gefallen, etwa die Brache mit dem Bollerwagen und dem Kinderwagen aus den 50er-Jahren, dem eigentlich alles fehlt, was man zum Schieben braucht.

Um eine Dokumentation ganz anderer Art geht es in der Schau von Jürgen Draeger, der in der Galerie Kornfeld an der Fasanenstraße in Charlottenburg seinen Zyklus „Querelle“ präsentiert. Zeichnungen, die 1982 während der Dreharbeiten zu Rainer Werner Fassbinders letztem Film in Berlin entstanden. Es war dessen Idee, die Aufnahmen zeichnerisch festzuhalten. Und so richtete sich Draeger ein Studio am Set ein. Am Ende hat er 135 Zeichnungen auf Karton und geschöpftem Papier fertiggestellt. Der Meister allerdings war tot.