Preußischer Kulturbesitz

Gemäldegalerie bekommt einen neuen Eingangsbereich

Die Stiftung hat neben Bauprojekten auch Personalien vorgestellt. Das Kupferstichkabinett hat erstmals eine Direktorin.

Der Eingangsbereich der Gemäldegalerie am Kulturforum soll neu gestaltet werden. Ein neues wegeleitsystem soll bessere Orientierung bieten.

Der Eingangsbereich der Gemäldegalerie am Kulturforum soll neu gestaltet werden. Ein neues wegeleitsystem soll bessere Orientierung bieten.

Foto: dpa Picture-Alliance / Schoening Berlin / picture alliance / Arco Images

Berlin. Der Jahresbericht der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sah aus wie ein schwerer, blauer Klotz. Wegen der Leseunfreundlichkeit fürchtete man sich immer ein wenig, ihn zu öffnen. Stattdessen gibt es nun zwei sommerfarbige, zeitgemäß illustrierte Bände, die Lust machen auf die vielen Projekte, die dort gelistet sind. Provenienzforschung ist ein großes Thema. Im Gespräch ist ein Koordinationszentrum, das die Forschung an den Berliner Häusern zusammenführt. Und weil die Stiftung, die vor einer Reform steht, kommunikativ sein möchte, lädt Präsident Hermann Parzinger einen Tag nach der Stiftungsrats­sitzung zum Gespräch. Die gute Nachricht: Der Kooperationsvertrag mit der Stiftung Humboldt Forum steht. Dieser regelt Personalmanagement und Aufgaben der einzelnen Akteure im Schloss.

Neben dem Schloss gibt es noch andere Baustellen: Dringend saniert werden müssen die Gipsformerei und das Großprojekt Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße. Am Kulturforum tut sich zumindest etwas. Die überarbeiteten Pläne für das Museum der Moderne von Herzog & de Meuron sollen im Herbst vorgestellt werden, für 2019 ist der erste Spatenstich geplant. Die laufende Freiraumgestaltung am Kulturforum soll zur besseren Orientierung der Besucher beitragen, vor der Philharmonie sieht es schon etwas großzügiger aus. Die Treppen zur Piazzetta werden neu gestaltet. Für Offenheit und Aufenthaltsqualität kämpft auch die Gemäldegalerie, ein Sorgenkind der Museen – wegen der versteckten Lage an der Piazzetta. Der Eingangsbereich soll einladender, Kassen und Garderoben verlegt werden. Ruhe- und Sitzzonen, eine Infolounge werden zur Attraktion beitragen. Alles Dinge, die in anderen Museen zum Standard gehören. Und: Generaldirektor Michael Eissenhauer will die Abstandsschienen am Boden vor den Bildern entfernen. Sie halten die Betrachter auf Distanz, das sei nicht mehr zeitgemäß, meint er. Auf der Höhe der Zeit ist man bis Ende nächsten Jahres mit freiem Wlan im Museum und auf der Piazzetta.

Kupferstichkabinett bekommt erstmals ein Direktorin

Eine Personalie gibt es im benachbarten Kupferstichkabinett zu vermelden: Mit der neuen Direktorin Dagmar Korbacher steht erstmals eine Frau an der Spitze dieser Institution. Die 43-Jährige folgt auf Heinrich Schulze Altcappenberg, der das Kupferstichkabinett 15 Jahre lang bis 2017 leitete. Seit Mai 2017 hat Holm Bevers, das Amt kommissarisch inne. Das 1831 gegründete Kupferstichkabinett ist das größte Museum der Graphischen Künste in Deutschland. Für die 43-jährige Korbacher ist es ein Heimspiel. Nach beruflichen Stationen am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und am Auktionshaus Christie’s in Amsterdam arbeitet sie bereits seit 2006 an den Staatlichen Museen. Seit 2010 ist sie am Kupferstichkabinett wissenschaftliche Referentin für italienische, französische und spanische Kunst vor 1800.

Korbacher kündigte an, mit neuen Ausstellungen verstärkt auch um jüngere Besucher werben zu wollen. Sie plant Führungen für Instagram- und Twitter-Nutzer und Pop-up-Ausstellungen, um für „die Kunst auf Papier“ zu begeistern. Auf eine Schau darf man sich freuen: „Aus Rembrandts Werkstatt“ heißt sie. Die Frage ist dann: Rembrandt oder nicht?