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Was man nächste Woche an Berliner Bühnen erleben kannWas man nächste Woche an Berliner Bühnen erleben kann

In dieser Rubrik erzählen die Redakteure des Kulturressorts im wöchentlichen Wechsel, welche Termine sie sich für die kommende Woche vorgenommen haben.
Heute: Volker Blech, Musikredakteur

Man muss sich auch mal als Fan zu erkennen geben. Die Operninszenierungen des Berliner Skandalregisseurs Hans Neuenfels sind meistens etwas Besonderes, gerade wenn sie bei der Premiere vom Publikum gnadenlos ausgebuht wurden. Inzwischen ist Neuenfels 76 Jahre alt und hat sich in Berlin als Regis­seur von den großen Opernbühnen verabschiedet. Ein Grund mehr, einen Blick auf seinen „Troubadour“-Longseller an der Deutschen Oper zu werfen. Diese Verdi-Inszenierung hatte bereits 1996 Premiere und ist am 9. und 12. Mai zum letzten Mal in dieser Spielzeit zu sehen. Im Plan steht die Formulierung: Nach einer Inszenierung von Hans Neuenfels. Aber normalerweise ist, wo Neuenfels draufsteht, auch reichlich Neuenfels drin.

In Berlin wurde der russische Dirigent Tugan Sokhiev als Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters bekannt. Ein cooler Typ, der als Chef mit Berlin offenbar nie so richtig warm wurde. Dann entschloss er sich, einen Karrieresprung zu machen und Chefdirigent des Bolschoi-Theaters in Moskau zu werden. Jetzt kehrt er für einige Konzerte nach Berlin zurück, dieses Mal tritt er vom 10. bis 12. Mai ans Pult der Berliner Philharmoniker. Auf dem Programm stehen Prokofjews „Symphonie classique“, Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ sowie Beethovens drittes Klavierkonzert mit Yefim Bronfman.

An der Komischen Oper bereitet sich Hausherr Barrie Kosky gerade auf seine nächste große Premiere vor. Georg Friedrich Händels Oratorium „Semele“ ist von 1744, was Kosky nicht daran hindern wird, ein entstaubtes Götterspektakel anzubieten. Göttervater Jupiter entführt die Königstocher Semele an ihrem Hochzeitstag. Jupiters eifersüchtige Gattin Juno setzt alles daran, der hemmungslosen Affäre ein Ende zu setzen. Barock-Spezialist Konrad Junghänel leitet musikalisch die Produktion, die am 12. Mai Premiere hat.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin führt am 13. Mai einen besonderen Gast in der Philharmonie vor. Die japanische Geigerin Midori spielt unter Constantinos Carydis den Solopart in Leonard Bernsteins Serenade für Violine, Harfe, Schlagzeug und Streichorchester. Bernstein, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, folgte in seiner Serenade Platons Erzählung „Symposion“, in der beim Gastmahl antike Geistesgrößen wie Aristophanes und Sokrates aufeinandertreffen und Lobreden auf die Liebe halten.

In dieser Rubrik erzählen die Redakteure des Kulturressorts im wöchentlichen Wechsel, was sie sich für die kommende Woche für Termine vorgenommen haben.