Katastrophenfilm

Josh Brolin als Flammenflüsterer: „No Way Out“

Joseph Kosinskis Film ist ein erfreulich unpathetisches Drama über Helden des Alltags. Und wartet mit spektakulären Bildern auf.

Foto: Studiocanal / BM

In Alpträumen erscheint dem Feuerwehrmann Eric Marsh (Josh Brolin) immer wieder ein brennender Bär, der aus einem in Flammen stehenden Wald rast. Und ihn überrennt. Es sei das Schönste und Schrecklichste, was er je gesehen habe, sagt er einmal. „Ich fühlte mich wie dieser Bär.“ Der Mann aus dem kleinen Prescott in Arizona ist einer, der mit dem Feuer spricht. Er versucht mit seiner Brigade, die immer neu wütenden Waldbrände im Südwesten der USA einzudämmen. Ein schier aussichtsloser Kampf.

In seinem Film „No Way Out – Gegen die Flammen“ zeichnet Regisseur Joseph Kosinski ein dramatisches, bestürzendes, aufwühlendes Porträt von Männern, die ihr Leben riskieren, um ihre Mitmenschen vor dem Tod zu bewahren. Und kommt bei seinem Drama mit erfreulich wenig Pathos aus, das US-Filme über Helden des Alltags nur allzu oft anhaftet.

Marsh bildet seine Truppe aus, um als erste lokale Feuerwehreinheit zu einer Elite-Einheit zu werden, die Waldbrände überregional an vorderster Front bekämpft. Über weite Strecken zeigt der Film die harte Ausbildung, die das Team absolvieren muss. Eine wahre Geschichte. Die „Granite Mountain Hotshots“ gab es wirklich. Sie stehen für eines der tragischsten Ereignisse der jüngeren amerikanischen Geschichte. Am 28. Juni 2013 brachen 20 Mann auf, um ein gewaltiges Feuer in Arizona zu bekämpfen. Doch sie hatten die brutale Feuersbrunst unterschätzt. Der Waldbrand von Yarnell Hill steht für die größte Feuerwehr-Katastrophe seit dem 11. September.

Kosinski führt seine Charaktere ausführlich ein. Er lässt sich Zeit, kann auf erstklassige Darsteller vertrauen, neben Josh Brolin gehören Jeff Brid-ges und Miles Teller dazu, Jennifer Connelly und Andie MacDowell. Erst in der letzten halben Stunde dieses überlangen Films bricht das Feuer bildmächtig über die Menschen herein. Der brennende Bär ist gnadenlos.

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