Ausstellungen

Haubroks "Fahrbereitschaft" droht das Aus

Zu dem Gelände des Sammlerehepaares Haubrok in Lichtenberg gehören Ausstellungshallen und Ateliers. Doch der Bezirk hat andere Pläne.

Ausstellungshalle auf dem Gelände der Fahrbereitschaft: Das Ehepaar Haubrok zeigt hier in wechselnden Ausstellungen Arbeiten aus der eigenen Sammlung

Ausstellungshalle auf dem Gelände der Fahrbereitschaft: Das Ehepaar Haubrok zeigt hier in wechselnden Ausstellungen Arbeiten aus der eigenen Sammlung

Foto: dpa Picture-Alliance / R4200 / picture alliance /

Axel Haubroks "Fahrbereitschaft" in Lichtenberg droht das Aus. Der Grund: Das Kunstschaffen würde dort Gewerbe und damit Arbeitsplätze gefährden, so die Argumentation des Bezirksamtes. Sollte er weitere Ausstellungen dort zeigen, droht eine Strafe von 500.000 Euro, heißt es in dem Schreiben. Der Kunstsammler und seine Ehefrau kuratieren seit Jahren auf dem 18.000 Quadratmeter großen Areal Gruppenausstellungen und vermietet Ateliers an Künstler. Das sei eine Nutzungsänderung, für die keine Genehmigung vorlege, heißt es. Das Schreiben erreichte den Sammler kurz vor Start des Gallery Weekends: "Das war wie ein Blitzschlag", erklärt er. Seit fünf Jahren gibt es Auseindersetzungen über die Nutzung des Gewerbegeländes, bislang allerdings wurde der künstlerische Betrieb vom Bezirksamt geduldet. "Wenn hier nichts passiert, gehen wir!", so Axel Haubrok. Zu DDR-Zeiten war auf dem Gelände Erich Honeckers nach außen abgeschottete Transportzentrale angesiedelt. Nach der Wende war hier lange graues Niemandsland. Das Ehepaar Haubrok gehört zu jenen Privatsammlern Berlins, die die Stadt mit ihrem Engagement bereichert haben. Das Projekt sollte nicht an Berliner Bürokratie scheitern. Derzeit läuft in der Herzbergstraße die Ausstellung "Paperwork" mit Arbeiten aus der eigenen Sammlung. An diesem Gallery-Weekend-Sonntag bis 18 Uhr geöffnet.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.