Kultur

Brandon Flowers mit einem pastoralen Auftritt

The Killers lassen sich Zeit. Erst eineinhalb Stunden nach Konzertbeginn fällt der Vorhang in der Mercedes-Benz Arena und drei Venussymbole, befestigt an den Mikrofonständern der Backgroundsängerinnen, beginnen zu blinken. Links neben ihnen eine Art Leuchtturm in hellblau, mit der Aufschrift „Berlin“, rechts zwei übergroße Pfeile, die schräg nach unten zeigen. „Don’t you listen to the never / Keep praying for rain / Dancing for rain little girl by the drain / Motherless child, rescue rescue“, singt Frontmann Brandon Flowers den Titelsong des neuen Albums, „Wonderful, Wonderful“, als er die Treppen auf der Bühne herunterschreitet. Neben ihm ist da noch Schlagzeuger Ronnie Vannucci Jr. Gitarrist Dave Keuning und Bassist Mark Stoermer haben sich dazu entschieden, ihre Band auf der bevorstehenden Tour nicht zu begleiten. Das merkt man der Band am Dienstagabend allerdings kaum an. Vom ersten Ton überzeugen die Musiker mit einem wuchtigen Sound.

Mit „The Man“ spielen die US-Rocker die erste Single-Auskoppelung des aktuellen Albums. Passend dazu fährt jetzt ein übergroßes Mars-Symbol aus der Bühne empor, während auf der Leinwand im Hintergrund Cowgirls und -boys ihre Hüften schwingen, Pfeile und Sterne herabregnen und Konfettibomben explodieren. The Killers können Show. Später gibt es sogar Laserstrahlen und noch mehr Konfetti. Da wird an keinem Klischee gespart.

Einzig etwas verwunderlich wirkt Flowers schwarzer Anzug, mit weißem Hemd. Wenn er die Hand zum Publikum hebt, erinnert er damit mehr an einen Pastor als einen Rockstar. Nach rund zwei Stunden, in der sich die neuen Songs mühelos in die famosen Hits einreihen, verabschiedet sich ein durchgeschwitzter, aber glücklicher Flowers von seinem Publikum.