Kultur

Ohne bleibenden Eindruck

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Johanna Ewald

Beim Unplugged-Konzert in der Mercedes-Benz Arena erreichen A-ha ihr Publikum selten. Die Band ist mehr mit sich selbst beschäftigt

Unweigerlich hat man die Melodie von „Take On Me“ im Kopf, wenn man den Namen A-ha auf den Plakaten liest. Zum ersten Mal tourt die norwegische Band mit einem Unplugged-Album durch Deutschland – entsprechend gespannt erwartet man den Auftritt in der Mercedes-Benz Arena, sind die Drei doch eher für elektronische Elemente als akustische bekannt.

Und so sitzen sie in einem weißen Lichtkreis, Morten Harket thront in der Mitte auf einem Barhocker, rechts von ihm wird Magne Furuholmen von Cembalo und Klavier eingerahmt, während Paul Waaktaar-Savoy links von ihm die Akustikgitarre spielt. Im Hintergrund: Drei junge Streicherinnen – die auch für den Background-Gesang zuständig sind – sowie Saxofon, Bass, Schlagwerk und Keyboard.

Mit der aktuellen Ballade „This Is Our Home“ eröffnet die Band das Konzert. Obwohl Harkets Stimme angenehm sauber, schlicht und weich klingt, kann man sich kaum entspannen. Zwischen den Songs rennt er immer wieder zu den Technikern hinunter, während der Songs friemelt er an seinem In-Ear-Kopfhörer herum. Mal hält er die Hand an sein Ohr, dann gestikuliert er wieder wild nach links, Richtung Technik. „Es ist schwer, ein Auto zu steuern, wenn man nichts hört“, erklärt er später. Einer der wenigen Momente, in dem er sein Publikum anschaut. So richtig weiß man nicht, ob es Unsicherheit, Lethargie oder Melancholie ist, die den 58-Jährigen umgibt, wenn er nahezu regungslos auf seinem Hocker sitzt und die Augen schließt. Im Gegensatz zu den gewohnt vorwärtsdrängenden, ganz im Zeichen der 80er-Jahre-Synthie-Pop stehenden Titeln, ist an diesem Montagabend alles sehr zurückhaltend. Dem Motto „unplugged“ entsprechend wird weitestgehend auf Technik verzichtet, einzig der E-Bass fällt aus dem Schema, pathetische Streicher füllen die Stellen, die sonst gerne von quarkigen Piano-Sounds gefüllt werden. Dabei zeichnet „Foot Of The Mountains“ den ersten Höhepunkt, Harkets Stimme trägt die scheinbar vollendeten Harmonien durch die Arena. So schön und reizvoll die sparsame Besetzung an diesem Abend auch ist, schleicht sich doch nach gut einer Stunde Konzert ein Gefühl der Eintönigkeit ein. Mit „Lifelines“, „I’ve Been Losing You“ und „Manhattan Skyline“ plätschert eine verschenkte Chance nach der anderen vorbei, ohne bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Bis zu „The Sun Always Shines on T.V.“ Da springen plötzlich alle auf, klatschen, liegen sich in den Armen. Als gäb‘ es kein Morgen mehr. „Ich hatte echt Schwierigkeiten mit der Technik, aber ihr seid ein ausgezeichnetes Publikum“, kommentiert Harket den überraschenden Gefühlsausbruch.

Und natürlich darf zum Abschluss des Konzerts ein Song nicht fehlen: „Take On Me“ – ein passendes Gute-Nacht-Lied.