Kultur

Nach wenigen Takten bricht Klaus Lederer ab

Der Kultursenator eröffnet das Cello-Jahr in der Philharmonie

Kultursenator Klaus Lederer sorgt wieder mal für Misstöne und bekommt Applaus dafür. In der Philharmonie eröffnet der Linke-Politiker am Donnerstag das Cello-Jahr 2018 und lässt sich gleich eine öffentliche Lehrstunde auf dem Instrument geben. Der philharmonische Cellist Ludwig Quandt vermittelt ihm die nötigen Grundkenntnisse, genau genommen das Spiel von zwei Tönen auf leeren Seiten, wobei Lederer beteuert, vorher nicht heimlich geübt zu haben. Nach der Übung die Kür: Das Cello-Trio Quandt, Lederer und David Riniker beginnt, eine smarte Bearbeitung von Paul Linckes „Berliner Luft“ zu spielen. Aber Lederer bricht ab. Cellist Martin Menking springt dem Kultursenator bei, und alles kommt zum guten Ende.

Eigentlich sollte bei der Pressekonferenz das Projekt „Instrument des Jahres“ vorgestellt werden. Ein Termin mit wohldosierten Worten nebst Musikshow. Philharmoniker-Intendantin An­drea Zietzschmann belässt es bei einer knappen Begrüßung, und auch Hella Dunger-Löper, Präsidentin des Landesmusikrates Berlin, weiß, dass anwesende Kameraleute auf Lederers peinsam-vergnüglichen Auftritt warten. Lediglich die Schirmherren des Projektes, die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, lassen sich nicht drängen. Vertreter Ludwig Quandt hofft etwa, das Cello-Jahr trage dazu bei, dass die Leute in der S-Bahn nicht mehr fragen, ob das eine Gitarre im Koffer ist, weil sie nicht wissen, was ein Cello ist. Am 21. Januar um 11 Uhr geben die 12 Cellisten ein Benefizkonzert im Kammermusiksaal. Es geht um Kinder in Berlin, also den Nachwuchs.

Klaus Lederer erinnert noch einmal daran, dass mit dem neuen, erhöhten Kulturhaushalt die Berliner Musikschulen gestärkt werden. Schrittweise soll es 20 Prozent fest angestellte Instrumentallehrer geben. Das wird in dieser Runde gern gehört. Der Landesmusikrat Berlin ernennt seit 2010 zusammen mit dem Landesmusikrat Schleswig-Holstein ein „Instrument des Jahres“. Inzwischen sind auch andere Bundesländer auf das effektvolle Projekt aufgesprungen. Bislang standen Kontrabass, Posaune, Fagott, Baglama, Bratsche, Horn, Harfe und Oboe im Mittelpunkt. In diesem Jahr werden neben dem Cello auch die Viola da gamba, quasi der Neandertaler unter den Streichern, und die moderne Campanula vorgeführt.

Kammermusiksaal der Philharmonie Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker am 21.1. um 11 Uhr, Tel. 01806-570070