Kultur

Wütende Mütter, verliebte Aliens: Die Siegerfilme

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (4 Globes) Ihre Tochter wurde vergewaltigt und ermordet. Weil die Polizei nichts tut, greift eine wütende Mutter zu ungewöhnlichen Mitteln und legt sich nicht nur mit den Gesetzeshütern an, sondern mit der ganzen Stadt, in der sie lebt. Martin McDonaghs Film präsentiert eine überragende Fran-ces McDormand, die mal ganz gegen den Strich als durchaus unsympathische Figur besetzt ist, er ist mit seinem Thema aber leider auch ziemlich aktuell. Sechs Mal nominiert, erhielt der Film gleich vier Globes: für die beste Hauptdarstellerin, den besten Nebendarsteller (Sam Rockwell), das Drehbuch und den Hauptpreis als bestes Drama. Deutscher Filmstart: in zwei Wochen, am 25. Januar.

Shape of Water (2 Globes) Das Fantasy-Märchen von Guillermo del Toro hat eigentlich alles, wofür die Traumfabrik steht: Eine Taubstumme, die in einer Bundesbehörde als Reinigungskraft arbeitet, verliebt sich in ein Alien, das dort gefangen gehalten wird, kann als Einzige mit ihm kommunizieren und hilft schließlich es zu befreien. Del Toro („Pans Labyrinth“, „Hellboy“) findet dafür wunderschöne, poetische Bilder, betont aber auch die Paranoia vor dem Fremden, die ja gerade wieder ganz aktuell ist. Trotzdem ist das Märchen in der aktuellen Gesinnungslage zu weltfern. Am Ende gab es nur zwei Auszeichnungen, für die Regie und die beste Filmmusik. Deutscher Filmstart: 15. Februar.

Lady Bird (2 Globes) Eine Komödie über ein 17-jähriges rothaariges Mädchen (Saoirse Ronan), eine rebellische Schülerin, die voller schräger Ideen ist und unbedingt raus will aus der kalifornischen Einöde von Sacramento. „Coming of Age“ nennt man dieses Filmgenre. Inszeniert hat es Greta Gerwig, die als Schauspielerin ebenfalls für Komödien wie „Frances Ha“ bekannt wurde und hier ihr Regiedebüt gibt. Es gab im Vorfeld der Golden Globes einige Protestve, warum auch in diesem Jahr keine einzige Frau für die Sparte Regie nominiert war. Dafür gab es nun gleich zwei Haupt-Globen: für die beste Komödie und die beste Komödien-Darstellerin (Ronan). Deutscher Kinostart: leider erst am 19. April.