Sexfilm-Festival

Pornfilmfestival in Berlin gestartet

Das Pornfilmfestival Berlin im Kreuzberger Kino Moviemento versucht bis Sonntag, sexuelle Normen einzureißen.

Im Kreuzberger Kino Moviemento findet bis Sonntag das Pronfilmfestival statt (Archiv)

Im Kreuzberger Kino Moviemento findet bis Sonntag das Pronfilmfestival statt (Archiv)

Foto: Holger Talinski

Schmuddelecke adé – mit diesem Ziel tritt das Pornfilmfestival Berlin auch in seiner zwölften Auflage an, um Pornos von ihrem verruchten Image zu befreien. Ab Dienstag wird dafür das Moviemento-Kino in Kreuzberg für sechs Tage zum erotischsten Filmhaus der Stadt. Dort wollen die Veranstalter bis Sonntag beweisen, dass auch Pornos Kunst sein können und Filme mit viel Sex und nackter Haut politische Statements transportieren.

Die Besucher erwarten auf dem Festival fast 150 Filme, die laut Veranstalter sexuelle Freiheit und Selbstverwirklichung einfordern und ins rechte Bild setzen. Dabei spielten Geschlechtergrenzen keine Rolle, heißt es. Erlaubt sei, was gefalle.

Das Festival will Schamgrenzen überwinden

Das Festival versteht sich als queer, feministisch und sozialkritisch. Eines der zentralen Themen des Pornfilmfestivals ist der weibliche Blick auf Sexualität, aber auch auf die gesellschaftlichen Machtverhältnisse und Geschlechternormen. Den Machern geht es bei den Porno-Filmtagen darum, gewohnte Vorstellungen von Moral, Spießigkeit, Sexualität, Geschlechternormen oder Schamgrenzen weit hinter sich zu lassen und grundsätzlich in Frage zu stellen.

Eröffnet wird das Festival am Dienstagabend mit dem Film "Les Prèdatrices" der französischen Regisseurin Ovidie. Der 80-Minüter zeigt, wie der Veranstalter es formuliert, "wilde, weibliche Raubtiere". Es geht um weibliches Begehren und die Lust auf Sex – die Themen des Films ständen beispielhaft für das ganze Programm, sagen die Veranstalter.

Filme über weibliche Lust und das Leben eines schwulen Pornostars

Das reicht von weiblicher Emanzipation in einer rigiden Religion wie im indischen "Lipstick under my Burkha" über eine feministische Betrachtung von weiblicher Sexualität in jedem Alter im spanischen "Ages of Sex". Die schwule Entdeckungsreise eines Japaners in Berlin liefert der Beitrag "Berlin Drifters".

Daneben präsentiert das Filmfest einige filmische Biographien. Etwa "King Cobra", ein mit James Franco hochkarätig besetzter Film über das Leben des schwulen Pornostars Brent Corrigan. Oder "Tom of Finland", der sich dem Werdegang des gleichnamigen finnischen Künstlers widmet, der berühmt wurde mit seinen Zeichnungen gestählter Männer in engen Lederoutfits.

Doch Pornos sind auch beim Pornfestival nicht alles. Bis Sonntag finden zudem zahlreiche Lesungen, Workshops, Diskussionen, Partys und Ausstellungen rund um das Thema Sexualität und ihre Spielarten statt.

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