Kultur

Bayreuth: Sanierung des Festspielhauses wird teurer

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Zugesagte Millionen Euro reichen nicht für Brandschutz

Die Sanierung des aus dem 19. Jahrhundert stammenden Bayreuther Festspielhauses wird allem Anschein nach teurer als bislang gedacht. „Wenn das Gebäude so saniert werden soll, dass wir in den nächsten 30 Jahren bis auf den normalen Bauunterhalt nichts mehr machen müssen, werden die bislang von den Geldgebern zugesicherten 30 Millionen Euro nicht ausreichen“, sagte der geschäftsführende Direktor der Bayreuther Festspiele GmbH, Holger von Berg. Die aus Bayreuth stammende Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU) geht davon aus, dass die Sanierung „deutlich mehr“ als 30 Millionen Euro kosten werde.

Das bisherige Konzept habe vorgesehen, die Fassade zu sanieren, außerdem Reparaturarbeiten im Inneren, erläuterte von Berg. Es habe sich mittlerweile herausgestellt, dass dies nicht ausreiche. „Wir müssen Dinge grundlegender angehen, etwa den Brandschutz, die energetische Sanierung und die Einhaltung der Arbeitsstätten-Verordnung.“

Im Herbst 2013 hatten sich die Gesellschafter der Bayreuther Festspiele GmbH – der Bund, der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth – sowie der Bezirk Oberfranken und die Oberfrankenstiftung darauf verständigt, die Sanierung des Festspielhauses mit 30 Millionen Euro zu finanzieren.

Der Kölner Architekt Detlef Stephan habe mittlerweile ein erweitertes Konzept vorgelegt, über das die Gremien der Bayreuther Festspiele entscheiden müssten. Von Berg rechnet damit, dass es dazu erst nach der Bundestagswahl kommen werde. Eine Prognose, wie viel teurer die Sanierung werden könnte, wollte von Berg nicht abgeben.

Von den zugesicherten 30 Millionen Euro sind bislang erst 2,4 Millionen Euro verbaut – so teuer war der im vergangenen Jahr abgeschlossene erste Bauabschnitt, die Sanierung der Südfassade am Eingangsbereich des Festspielhauses. Einen Tag nach Ende der diesjährigen Festspielsaison soll der zweite Bauabschnitt an Nordfassade und Bühnenturm starten, für den rund sechs Millionen Euro veranschlagt wurden. Er soll pünktlich bis zum Beginn der Proben für die Festspielzeit 2018 beendet sein. Die gesamte Sanierung des Festspielhauses will von Berg bis zum Jahr 2025 abschließen – ein Jahr vor dem großen Jubiläum 150 Jahre Bayreuther Festspiele.

( dpa )