Kultur

Die höchste Galerie Berlins steht auf dem Teufelsberg

In Berlin ist der Teufelsberg einer der letzten ungenutzten Orte, die noch richtig viel Platz für neue Ideen bieten. Nun eröffnete auf dem Gelände mit der Dots Gallery die höchstgelegenste Galerie Berlins. Geplant ist, alle sechs Wochen andere Künstler zu zeigen.

Nachdem man das Gelände betreten hat, steht man inmitten junger Berliner, die mit einem Bierchen auf Bänken aus Europaletten sitzen. Neben ihnen ragen Steine oder verbogene Stahlträger aus dem Boden, die daran erinnern, dass man gerade auf den Trümmern des Zweiten Weltkriegs wandelt.

Die Galerie befindet sich im ersten Stock des Hauptgebäudes. Die Investoren zogen einst Zwischenwände zwischen den offenen Stahlträgern ein, die nun Street-Art-Künstlern als Leinwand dienen. Die Sprayer, die hier arbeiten, ziehen mit ihren Werken Besucher aus aller Welt an: fotorealistische Wandgemälde, Comicfiguren, Kritik an der amerikanischen Politik und am Kapitalismus. Durch einen Durchgang geht es in die überraschend kleine Galerie, die in einem ehemaligen Waschraum untergebracht ist. Die Textilkünstlerin Sybille Hotz spielt in ihrem Werk mit Erinnerungen: Sie stellt eine Collage aus Stoff aus. Ein surreales Wesen mit den Augen des Sängers der Band Kiss, statt Haaren trägt es 70er-Jahre-Strumpfhosen-Verpackungen auf dem Kopf. Zwei Wände sind mit Spanholz verkleidet, die Werke werden hier inszeniert, wie man es von Galerien erwartet. Die anderen Wände wurden so belassen, wie die Künstler sie vorfanden. Durch Bohrlöcher schaut man auf den Grunewald.

Makaber wirken die Porträts von Soldaten, die der Fotograf Thorsten Klapsch beisteuerte. Ein Brite erinnert ein wenig an Louis de Funès, sein Kopf verschwindet fast unter der riesigen Uniformmütze. Diese Bilder entstanden am Rande einer Rüstungsmesse, die Männer sind Waffeneinkäufer. An diesem Ort, dem Symbol des Kalten Krieges, erwartet man nun fast, dass einer der Porträtierten gleich in den Raum tritt.