Kultur

Sabine Bangert leitet jetzt den Kulturausschuss

Lederer bittet Abgeordnete um Zusammenarbeit

Der neue Kulturausschusses bietet zu Beginn gleich ein ungewohntes Bild: Als Ältester der Runde eröffnet Hans-Joachim Berg (AfD) am Montag die konstituierende Sitzung im Abgeordnetenhaus, gleich neben ihm sitzt der neue Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Berg, Jahrgang 1948, war früher Abteilungsleiter der Deutschen Welle und hüllt sich als Jurist in Korrektheit. Lederer, Jahrgang 1974, ebenfalls ausgebildeter Jurist, isst derweil entspannt eine Kleinigkeit mit seinem neben ihm sitzenden Staatssekretär Torsten Wöhlert.

Die Wahl der neuen Ausschussvorsitzenden ist schnell vollzogen. Offenbar hatte man sich im Vorfeld bereits verständigt, überhaupt werden alle Personalien einstimmig beschlossen. Sabine Bangert (61) rückt an die Seite des Kultursenators. Die Grünen-Abgeordnete führt also in der neuen Legislaturperiode den Kulturausschuss im Abgeordnetenhaus. Die gebürtige Schwäbin gehört dem Parlament seit 2011 an und ist ausgebildete Tischlerin und Journalistin. Als ihr Stellvertreter wird der CDU-Politiker und Jurist Sven Rissmann (38) gewählt.

Bangert ruft dazu auf, über alle Parteigrenzen hinweg die Meinungsfreiheit zu verteidigen. "Ich erwarte, dass wir in diesem Ausschuss gemeinsam Angriffen auf die Kunst entschieden entgegentreten", sagt sie. Berlin verdanke seine Vielfalt und Weltoffenheit gerade auch den Künstlern. "Lassen Sie uns so arbeiten, dass es am Schluss heißt: Der Kulturausschuss hat fraktionsübergreifend einen guten Job gemacht." Der neue Kultursenator Klaus Lederer (Linke) bittet den Ausschuss um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Er verspricht, so oft wie möglich an den Sitzungen teilzunehmen. Das Gremium beschließt, wieder grundsätzlich öffentlich zu tagen. Nach einer halben Stunde wird die erste Sitzung beendet. In der ersten internen Abspracherunde danach wird beschlossen, den Fall der Kudamm-Bühnen als Hauptthema für den 27. Februar zu wählen. Inklusive einer Anhörung.

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.