FIlm

Es wird bitter für den Ritter: "Ritter Rost 2"

Im zweiten Trickfilm nach der beliebten Kinderreihe wird der Rotstift in Schrottland angesetzt. Der Fan muss sich auch an neue Stimmen gewöhnen.

Ritter Rost und sein Freund, das Gespenst, tüfteln an einem Plan

Ritter Rost und sein Freund, das Gespenst, tüfteln an einem Plan

Foto: - / dpa

Von Ralf Krämer

In einem verzweifelten Akt des Widerstands inszeniert Ritter Rost den ersten Angriff auf Schrottland seit 100 Jahren, um die Unverzichtbarkeit seines Stands zu beweisen. Leider kommt es dabei zu einer Brandkatastrophe, weshalb sich König Bleifuß in den Golfurlaub absetzt und die Staatsgeschäfte seiner Tochter überlässt. Prinzessin Magnesia rekrutiert prompt eine Armee von Polizisten – nicht zuletzt als Publikum für ihre Hofkonzerte, in denen sie an der Orgel dilettiert. In seiner Beziehung zum längst verstorbenen "Vater" entdeckt Ritter Rost indes den entscheidenden Motivationskick, um Schrottland vor dem Abrutschen in einen Polizeistaat zu bewahren.

Die Abenteuer von Ritter Rost erscheinen seit 1994 und sind eigentlich als Musicals zum Mitsingen konzipiert. Von diesem interaktiven Ansatz hat sich schon die erste Kinoadaption weit entfernt. "Ritter Rost 2 – Das Schrottkomplott" will sein Publikum nur noch überwältigen und ist von einem üblichen Actionfilm kaum zu un-terscheiden. Es gibt Point-of-View-Sequenzen wie in einem Ego-Shooter-Game, am Ende wird Rost zum Star einer Reality-TV-Show.

Fans der Hörspiele und des ersten Kinofilms dürfte es zudem schwer fallen, sich einmal mehr an neue Sprecher zu gewöhnen. So leiht jetzt nicht mehr Rick Kavanian, sondern Christoph Maria Herbst dem Ritter Rost die Stimme. Davon abgesehen dürften sich die etwas älteren Ritter-Rost-Fans, so zwischen 8 und 88 Jahren, vom rasanten Tempo und der hohen Ereignisdichte durchaus gut unterhalten fühlen.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.