Fernsehen

Schlager, Rituale und Kater: Mit dem Fernsehen ins neue Jahr

Zum Jahreswechsel im TV: Zu Silvester gibt es Live-Feten und Musik aus der Konserve, zu Neujahr Bewährtes und ein paar TV-Premieren.

Senden live aus Berlin: Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner mit „Willkommen 2016“

Senden live aus Berlin: Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner mit „Willkommen 2016“

Foto: ZDF/Marcus Höhn

An langen Weihnachtsfeiertagen ist der Fernseher goldwert, schon um die lieben Kleinen zu beruhigen und die große Familie zusammenzubringen. An Silvester dagegen gibt es die einen, die selber feiern und die Glotze nicht anschalten. Die anderen, die Silvester-abhold sind und mit der Feierei im Fernsehen dann auch nichts zu tun haben wollen. Und schließlich die dritte Gruppe, die zu Hause feiert und den Fernseher nebenher laufen lässt. Die Sender haben sich darauf eingestellt und laden entweder zum Mitfeiern oder zeigen keine TV-Premieren, sondern Konserven. Ein bisschen anders sieht es dann an Neujahr aus. Hier eine kleine Übersicht.

Für Mitschunkler

Feiern, was das Zeug hält, heißt es auf den meisten Kanälen. Das Erste sendet live aus Graz den „Silvesterstadl“ (ARD, 31.12., 20.15 Uhr) mit Francine Jordi und Jörg Pilawa und Gästen von DJ Ötzi über Spider Murphy Gang bis zu den Kessler-Zwillingen. Das ZDF sendet den ganzen Abend live aus Berlin: „Willkommen 2017“ (ZDF, 31.12., 20.15 Uhr), hier moderieren Johannes B. Kerner und Andrea Kiewel, die Gäste sind mit DJ Bobo, Jermaine Jackson und Marianne Rosenberg ein wenig prominenter. RTL II feiert „Die große Berlin – Tag & Nacht Silvesterparty“ (RTL II, 31.12., 20.15 Uhr). Und alle treffen sich um Mitternacht zum Feuerwerk am Brandenburger Tor.

Für Traditionalisten

Zu den Jahresendritualen gehören auch die klassischen Konzerte. Die ARD überträgt das „Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker“ mit Simon Rattle am Sonnabend (17.25 Uhr), das ZDF das „Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker“ mit Gustavo Dudamel am Sonntag (11.15 Uhr). Das größte Silvester-Ritual der Deutschen freilich ist generationenübergreifend „Dinner for one“, wenn es wieder heißt: „Same procedure as every year, James.“ Der RBB zeigt den Klassiker als erstes (18 Uhr), alle Dritten Programme ziehen nach, die ARD bringt ihn zuletzt nach dem Jahreswechsel (0.30 Uhr). Ein Muss, das man britischen Freunden immer erklären muss: Die kennen den Sketch nicht einmal.

Für Verweigerer

Es gibt ja auch Menschen, die können mit Sekt, Luftschlangen und Pfannkuchen nichts anfangen. Auch die werden bedient. Sat.1 zeigt für Daheimbleibende und Kinder gleich zwei Trickfilme hintereinander, erst „Shrek der Dritte“ (20.15 Uhr), dann „Shrek 2“ (21.55 Uhr), Teil Eins gab es schon am 1. Weihnachtsfeiertag. Kabel eins nudelt etwas lustlos mehrere Folgen der Serie „Hawaii Five-0“ ab (ab 20.15 Uhr). Vox bleibt immerhin im Thema und bietet mit „Happy New Year“ (20.15 Uhr) einen Episodenfilm, bei dem sich lauter Stars von Robert De Niro bis Michelle Pfeiffer, von Halle Berry bis Jon Bon Jovi zu Silvester in New York begegnen. Das deftigste Alternativ-Programm bietet ProSieben: Der Privatsender zeigt „Hangover“ (20.15 Uhr), den Film, in dem Bradley Cooper und seine Freunde nach einer Party einen gehörigen Filmriss haben. Katerstimmung gibt’s hier also schon einen Tag früher als bei den meisten. Nach Mitternacht gibt es dann senderübergreifend fast nur Musik aus der Konserve.

Für Nostalgiker

Das Neue Jahr beginnt ja bei vielen mit guten Vorsätzen. Aber damit nicht gleich alles neu wird, schaut man sich auch gern Dinge an, die man längst kennt. 3sat etwa zeigt den unkaputtbaren Klassiker „Frühstück bei Tiffany“ mit Audrey Hepburn, Kabel eins den Miss-Marple-Film „Der Wachsblumenstrauß“ mit Margaret Rutherford. Sat.1 setzt wieder auf Feiertagsübergreifendes: Nachdem „Nachts im Museum“ an Heiligabend lief, kommt jetzt die Fortsetzung „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“ (alle 20.15 Uhr). RTL zeigt den ganzen Nachmittag über noch mal alle drei „Winnetou“-Neuverfilmungen, die in den letzten Tagen ausgestrahlt wurden, am Stück (ab 12.15 Uhr).

Für Neu-Gierige

Ein paar Premieren gibt es aber doch. Das ZDF schickt wie zu jedem Neujahr wieder „Das Traumschiff“ in See, diesmal wird die Karibikinsel Kuba als Ziel angesteuert. Es ist das letzte „Traumschiff“, das dessen Erfinder noch mitproduziert hat: Wolfgang Rademann ist im vergangenen Januar ­im Alter von 81 Jahren gestorben. ProSieben bietet als TV-Premiere das neueste, starbesetzte „Godzilla“-Remake (2014) von Gareth Edwards, von dem Regisseur läuft aktuell „Rogue One: A Star Wars Story“ im Kino. Das Erste startet das neue Jahr nicht wie geplant mit dem Dortmunder „Tatort: Sturm“. Weil es in dem Film um einen Terroranschlag geht, hat man die Folge wegen des Anschlags auf dem Breitscheidplatz verschoben. Stattdessen wird eine neue Folge „Polizeiruf 110“ mit Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner vorgezogen (alle 20.15 Uhr).