Kino

Der deutsche Film „Toni Erdmann“ hat Chancen auf einen Oscar

Ende Februar werden die Oscars verliehen, Deutschland hat mit „Toni Erdmann“ die erste Hürde in die Shortlist genommen.

Die Macher von "Toni Erdmann" bei Europäischen Filmpreis

Die Macher von "Toni Erdmann" bei Europäischen Filmpreis

Foto: Maciej Kulczynski / dpa

Die Oscar-Chancen für den deutschen Film „Toni Erdmann“ haben sich erheblich vergrößert. Die gefeierte Vater-Tochter-Geschichte von Regisseurin Maren Ade (40) schaffte es am Donnerstag (Ortszeit) auf die Shortlist von insgesamt neun Kandidaten, wie die Oscar-Akademie im kalifornischen Beverly Hills mitteilte. 85 Länder hatten sich für 2017 um den Oscar in der Sparte „nicht-englischsprachiger Film“ beworben.

Neben „Toni Erdmann“ kamen unter anderem die Filme „The Salesman“ (Iran), „Ein Mann namens Ove“ (Schweden), „Einfach das Ende der Welt“ (Kanada) und „Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit“ (Dänemark) in die Vorauswahl. Auch Beiträge aus der Schweiz, Russland, Norwegen und Australien sind im Rennen.

Vor einem Jahr schaffte es der Film „Im Labyrinth des Schweigens“ von Giulio Ricciarelli über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse als deutscher Beitrag auf die Shortlist, kam am Ende aber nicht in die Auswahl der fünf Nominierten.

Der letzte deutsche Film, der offiziell für den Auslands-Oscar nominiert wurde, war 2010 „Das weiße Band“ von Michael Haneke. 2007 holte der Stasi-Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck die Trophäe nach Deutschland.

„Toni Erdmann“ war Anfang der Woche auch für einen Golde Globe in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“ nominiert worden. Die Tragikkomödie dreht sich um die schwierige Beziehung einer ehrgeizigen Unternehmensberaterin (Sandra Hüller) mit ihrem Alt-68er-Vater (Peter Simonischek). Die Globes vom Verband der Auslandspresse werden am 8. Januar in Los Angeles verliehen.

Am 24. Januar gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt, welche fünf Filme in die Endauswahl des Auslands-Oscars kommen. Die Preisverleihung geht dann am 26. Februar über die Bühne.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) teilte am Freitag mit: „Die Filmstadt Berlin drückt Maren Ade, der Produktionsfirma und allen Beteiligten die Daumen, dass es am Ende auch wirklich mit dem Oscar für ‚Toni Erdmann‘ klappt." Schon heute könne man mit Freude feststellen, dass dieser Reigen an Auszeichnungen einmal mehr die große internationale Wertschätzung Berlins als Kinometropole und als Filmproduktionsstandort unterstreicht.“