Kultur

Eine Königin aus Spanien und der junge Marx

Die Berlinale gibt erste Wettbewerbsfilme bekannt. Der Berliner Louis Hofmann wird Shootingstar

Bei der 67. Berlinale werden Stars wie Richard Gere, Penelope Cruz und Steve Coogan erwartet. Die Internationalen Filmfestspiele gaben am Donnerstag die ersten zehn Filme für den Wettbewerb bekannt. Ins Rennen um den Goldenen Bären gehen Oren Movermans „The Dinner“ aus den USA mit Gere, Coogan und Laura Linney sowie „The Party“ von Sally Potter mit Patricia Clarkson, Bruno Ganz und Cillian Murphy.

Der Finne Aki Kaurismäki stellt sein jüngstes Werk „The Other Side of Hope“ vor, die Polin Agnieszka Holland ihr Drama „Spoor“. Călin Peter Netzer, der 2013 für „Mutter und Sohn“ den Goldenen Bären gewann, geht mit „Ana, mon amour“ ins Rennen. Der Berliner Regisseur Andres Veiel, im Spielfilm wie im Dokumentarischen zu Hause, stellt „Beuys“ vor – damit ist auch wieder ein Dokumentarfilm im Wettbewerb vertreten.

Erste Titel wurden auch für die Reihe Berlinale Special im Friedrichstadt-Palast bekannt gegeben. Penelope Cruz spielt die Hauptrolle in Fernando Truebas „The Queen of Spain“ – kein Königinnendrama, sondern eine Komödie um die Dreharbeiten eines Films, bei dem alles schief geht. Und August Diehl spielt die Hauptrolle in „Der junge Karl Marx“, eine französisch-deutsch-belgische Koproduktion von Raoul Peck, die die frühen Jahre des Philosophen in Paris, London und Brüssels behandelt. Stefan Konarske spielt dabei Friedrich Engels, Vicky Krieps Jenny Marx. Als Highlight in der Volksbühne wird noch einmal Rainer Werner Fassbinders epochale Fernsehserie „Acht Stunden sind kein Tag“ aus dem Jahr 1972 mit Hanna Schygulla und Gottfried John gezeigt.

Außerdem gaben die European Film Promotion und German Films bekannt, dass der deutsche Nachwuchsschauspieler Louis Hofmann als europäischer Shootingstar geehrt wird. Damit gehört der 19-jährige Wahlberliner, der vor kurzem für das Kriegsdrama „Unter dem Sand“ mehrere Preise eingeheimst hat und derzeit mit „Die Mitte der Welt“ im Kino zu sehen ist, zu insgesamt zehn Nachwuchsdarstellern aus ganz Europa, auf deren Talent bei dem Filmfestival aufmerksam gemacht werden soll. „Er ist eines dieser Naturtalente, frisch natürlich und scheinbar mühelos“, urteilte die Shooting-Star-Jury. Frühere deutsche Shootingstars waren etwa Daniel Brühl, Anna Maria Mühe, Nina Hoss, Moritz Bleibtreu und zuletzt Jella Haase.

Die 67. Berlinale findet vom 9. bis 19. Februar statt. Jurypräsident ist, wie bereits gemeldet, der in den USA lebende niederländische Skandal-Regisseur Paul Verhoeven („Basic Instinct“).