Kultur

Das Musical zur Vorweihnachtszeit

„Die Schöne und das Biest“ begeistert Groß und Klein im Admiralspalast

Dieses Musical ist in der Vorweihnachtszeit goldrichtig. Ein romantisches Märchen für die ganze Familie. Eine opulente Augenweide zum Staunen und Lachen. Bei der Premiere von „Die Schöne und das Biest“ im voll besetzten Admiralspalast amüsiert sich das Publikum königlich. Klein und Groß verfolgen gebannt die Geschichte von dem verzauberten Prinzen, der nur durch die wahre Liebe die hässliche Gestalt wieder loswerden kann.

Das alte französische Volksmärchen hat in der Literatur, auf der Bühne und vor allem im Film Karriere gemacht. Es gibt nicht weniger als 20 Verfilmungen der rührenden Liebesgeschichte. Anders als beim „König der Löwen“ hält sich die Bühnenfassung von „Die Schöne und das Biest“ eng an die Filmvorlage, sodass Fans des Trickfilms all ihre Lieblingsfiguren wiederfinden werden.

Das Ensemble, das bis zum 17. Dezember in Berlin gastiert, kommt nicht vom Broadway oder vom West End, sondern aus Budapest. Dort gibt es ein traditionsreiches und erfolgreiches Operetten- und Musicaltheater, das musikalisch und szenisch für solide Qualität birgt. Vor allem der Schauwert der Inszenierung von György Böhm ist enorm. Auf der Drehbühne gibt es unzählige Blitzverwandlungen.

Es zischt, knallt und blitzt an allen Ecken. Auch hübsche Effekte wie die schwebende Bibliothek machen Freude. Das ausgeklügelte Lichtdesign spielt beeindruckend mit Licht, Schatten und Projektionen. Erzsébet Túris Kostüme behexen nicht nur die Kinder im Publikum.

Beide Hauptdarsteller sind Gewächse des Budapester Operetten- und Musicaltheaters. Sie haben im „Broadway-Studio“ gelernt, das dem Haus angegliedert ist, und singen nun seit einigen Jahren als Solisten Hauptrollen in dem Haus, das nicht weniger als 400.000 Zuschauer im Jahr anzieht. Sándor Barkóczi ist ein beeindruckendes Biest, das mit Löwenkraft im Schloss wütet. Nur die schöne Stimme verrät den melancholischen Prinzen. Kitti Jenes stellt nicht ganz glaubhaft dar, dass sich die Angst vor dem Biest in Liebe verwandelt. Das Budapester Ensemble hat ein paar erstklassige Komödianten, allen voran Ádám Bálint, der sich als dreiarmiger Leuchter, der überall Feuer entfacht, die Seele aus dem Leib spielt. Er ist der „Running Gag“ des ganzen Abends.

Aus dem Orchestergraben tönt es vollmundig. Die Musiker sind mit samtenen Geigen und blitzblanken Trompeten vor allem auf Klangschönheit bedacht. Die rhythmischen Nummern liegen den Ungarn sowieso im Blut. Sie spielen unter der Leitung von László Makláry, der schon seit 1979 Generalmusikdirektor im Budapester Operetten- und Musicaltheater ist.

Es gibt viel Szenenapplaus an diesem Abend, auch für die Cancan tanzende Standuhr und den verrückten Erfinder mit dem zerzausten Graukopf und seinem Dreirad. Die Ungarn sprechen und singen deutsch – mit französischem Akzent. Der Lumière-Darsteller Ádám Bálint, der Chansonsänger ist und Französisch studiert hat, macht das perfekt. Die anderen Sänger haben so ihre Mühe mit der doppelten Fremdsprachlichkeit. Es ist manchmal lustig, ihnen zuzuhören, auf jeden Fall kann man der Handlung aber gut folgen.