Kultur

Der Europäer aus Hollywood

Der Niederländer Paul Verhoeven wird Jury-Präsident der Berlinale, die am 9. Februar startet

Regisseur Paul Verhoeven wird Jury-Präsident der 67. Berlinale. Der 78-jährige Niederländer werde das Gremium leiten, das über die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären entscheidet. Das teilten die Internationalen Filmfestspiele Berlin (9. bis 19. Februar 2017) am Freitag mit. „Mit Paul Verhoeven haben wir einen Regisseur als Jury-Präsidenten, der in den unterschiedlichsten Genres, sowohl in Europa als auch in Hollywood, gearbeitet hat“, erklärte Festivalchef Dieter Kosslick.

Auf der Berlinale stellte der vielfach ausgezeichnete Filmemacher 2013 beim Berlinale Talent Campus (heute Berlinale Talents) auf dem Panel „Follow Your Instincts: Filmmaking According to Paul Verhoeven“ seine Arbeitsweise und seine Sicht auf die US-amerikanische und europäische Produktionslandschaft vor.

Nach einem Mathematik- und Physikstudium wandte sich Paul Verhoeven Mitte der 60er-Jahre dem Film zu und startete seine Regiekarriere 1969 mit der erfolgreichen niederländischen TV-Serie „Floris – Der Mann mit dem Schwert“. Nach seinem internationalen Durchbruch mit „Der Soldat von Oranien“ (1977) – der für den Golden Globe nominiert wurde – und „Der vierte Mann“ (1983) zog Paul Verhoeven nach Hollywood. Mit actionreichen Großproduktionen wie „Total Recall – Die totale Erinnerung“ (1990), eine gegenwartskritische Reflexion der Zukunft, feierte Verhoeven beeindruckende Box-Office-Hits, revolutionierte das Science-Fiction-Genre und blieb sich dabei als Autorenfilmer treu.

Mit dem provokanten Erotikthriller „Basic Instinct“ (1992) kehrte er zu den Themen seiner niederländischen Filme zurück. „Basic Instinct“ machte Sharon Stone zum Star und erhielt zwei Oscar-Nominierungen. 1997 wandte sich Verhoeven mit „Starship Troopers“ erneut dem Science-Fiction-Genre zu, im Jahr 2000 folgte der Sci-Fi-Horrorfilm „Hollow Man – Unsichtbare Gefahr“.

Nach nahezu 20 Jahren verließ Paul Verhoeven Hollywood und ging 2006 in die Niederlande zurück, um „Black Book“ (2006) zu drehen, der auf der Geschichte einer niederländischen Widerstandskämpferin während des Zweiten Weltkrieges basiert. Dieses Jahr feierte er mit der französisch-deutschen Produktion „Elle“ sein Comeback.