Kultur

Millionen Euro für Berlins Kultur

Bundestag bewilligt Geld für Hohenzollerngruft und das Berliner Ensemble

Der Bundestag hat für die Kultur in Deutschland für die kommenden Jahre zusätzlich 660 Millionen Euro bewilligt. 2017 steige der Etat für Kultur und Medien damit um 19,5 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro, teilte der zuständige Berichterstatter Rüdiger Kruse (CDU) am Donnerstag aus der sogenannten Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses mit. Davon profitiert auch die Berliner Kultur. So übernimmt der Bund 8,65 Millionen Euro, um die Hohenzollern­gruft im Berliner Dom neu zu gestalten. Das Humboldt Forum bekommt künftig 30 Millionen Euro, um Ausstellungen im Schloss-Neubau zu realisieren und seine Betriebskosten tragen zu können.

Die Budgets einiger bereits vom Bund getragener Kultureinrichtungen wurden erhöht, andere Vorhaben werden neu gestartet. Für einzelne Kunstprojekte haben die Parlamentarier zudem Zuschüsse in Höhe von 46 Millionen Euro für 2017 und die Folgejahre zugesagt. Die Mittel fließen unter anderem in das innovative Projekt „Immersive Arts“ und das mehrjährige Projekt „Die neue Unendlichkeit“ der Berliner Festspiele und zwei Vorhaben im Haus der Kulturen der Welt.

Mehr Geld bekommt auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der Zuschuss wächst um gut 16 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro. Darin enthalten sind 1,6 Millionen Euro, um die Gipsformerei am Schloss Charlottenburg neu auszurichten. Das Berliner Ensemble darf mit einem Zehn-Millionen-Euro-Zuschuss seine Technik auf Vordermann bringen. Um den Bau des Museums der Moderne am Kulturforum vorzubereiten, hat der Haushaltsausschuss 3,5 Millionen Euro bereitgestellt, insgesamt wird das Projekt mit 200 Millionen Euro kalkuliert.

Auch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und die Stasi-Gedenkstätte in Hohenschönhausen bekommen mehr Geld. Der Jüdische Campus von Chabad Lubawitsch an der Münsterschen Straße wird mit zwei Millionen Euro gefördert. Ein neues Konzept soll für das Haus der Alten Münze entwickelt werden. Eine Million Euro gibt es, um einen neuen Standort der Kreativwirtschaft in dem Gebäude am Spreeufer in Mitte zu entwickeln. Gedacht wird in der Münze an ein House of Jazz. 12,5 Millionen Euro sind dafür reserviert. Die werden freigegeben, wenn es einen überzeugenden Plan gibt.

Die Abgeordneten gaben auch drei Millionen Euro frei, um ein Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung in Berlin aufzubauen. Die Federführung dabei hat die Humboldt-Universität.

Die Berliner Bundestagsabgeordneten und Ausschussmitglieder Klaus-Dieter Gröhler (CDU) und Swen Schulz (SPD) lobten die Beschlüsse als Beitrag, um Berlins Strahlkraft zu fördern.

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