Kultur

Spektakuläre Iran-Ausstellung in Berlin verschoben

Die groß angekündigte Ausstellung von Schlüsselwerken einer spektakulären iranischen Kunstsammlung in Berlin wird verschoben. Die verantwortliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz bestätigte am Mittwoch, die jüngsten Veränderungen im iranischen Kulturministerium hätten zu Verzögerungen geführt.

Der ursprünglich geplante Eröffnungstermin am 4. Dezember erscheine nicht mehr gesichert. Man gehe aber fest davon aus, dass die Ausstellung in der Berliner Gemäldegalerie noch im Dezember starten könne. Bei den „Veränderungen“ handelt es sich offenbar um den Rücktritt des als liberal geltenden iranischen Kulturministers Ali Dschannati Mitte Oktober. Die Schau in Berlin war noch zu seiner Amtszeit nach der Atom-Einigung mit dem Iran bei einem Teheran-Besuch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) im vergangenen Herbst vereinbart worden.

Den entsprechenden Vertrag hatten der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, und der Direktor des Teheraner Museums für Zeitgenössische Kunst (TMoCA), Majid Mollanoroozi, dann Anfang Mai 2016 unterschrieben. Parzinger bezeichnete den Vertragsabschluss als historischen Erfolg: „Erstmals wird eine Sammlung vorgestellt, die in ihrer Zusammensetzung und in ihrer Geschichte einzigartig ist.“

Die lange unter Verschluss gehaltene Sammlung aus der Zeit von Schah Reza Pahlavi, der am 16. Januar 1979 den Iran wegen anhaltender Proteste gegen seine Politik im Rahmen der Iranischen Revolution verließ, gilt als eine der weltweit wertvollsten Sammlungen westlicher Kunst. Der Vorverkauf für Berlin hatte bereits Anfang September begonnen. Auch die Vorstellung des Projekts im mitbeteiligten Nationalmuseum in Rom war vor wenigen Wochen verschoben worden.