Kultur

Humboldt Forum soll auch ein Ort der Debatten sein

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Elisa von Hof

Bis jetzt hatte er geschwiegen, wollte sich nicht in die Karten gucken lassen. Doch in dieser Woche äußerte sich Neil MacGregor, Gründungsintendant des Humboldt Forums, gleich zwei Mal zu seinen Plänen für das Stadtschloss. Erst stellte er am Mittwoch, wie berichtet, seine Vorschläge zur Gestaltung des Museums vor, dann noch einmal am Donnerstagabend im Schloss Charlottenburg. In einem Vortrag zum Thema „Museum und Gesellschaft – Humboldt’sche Perspektiven“ erklärte der Intendant, was für ein Ort sein Humboldt Forum werden soll. Jedenfalls kein gewöhnliches. „Wir fühlen uns ein bisschen so wie Alexander von Humboldt vor der Besteigung des Bergs Chimborazo“, sagte Neil MacGregor über die Arbeit seines Teams, „denn vor uns liegt ein steiniger Weg mit vielen Herausforderungen“.

Vergleiche wie dieser ziehen sich durch seinen Vortrag, der einer kurzen Einsteigervorlesung in Museumskunde nahekommt. MacGregor zeigte sich als echter Museumsmann. Er verwies auf die Brüder Humboldt, Namensgeber und Inspiration für das wieder aufgebaute Stadtschloss, aber auch auf Vorbilder für seine Museumsvision. Klar, das British Museum durfte da nicht fehlen, hier kommt MacGregor schließlich her. Washington, Peking, Melbourne zählte er auch auf. Die größten Spuren haben wohl die Florentiner Uffizien in seinen Vorschlägen hinterlassen – architektonisch und ideell. Die Uffizien waren als offenes Museum für Florentiner gedacht und gleichzeitig als ein Ort für Touristen geplant. So wie sein Humboldt Forum in Berlinalso. Um dort jeden anzusprechen, soll anhand deutscher Geschichte „die Zerbrechlichkeit der Zivilisation“ gezeigt werden, sagte MacGregor. An keinem anderen Ort in Europa lasse sich diese Geschichte so emotional erzählen wie in Berlin. Das findet er wichtig. „Und“, fügte er hinzu, die Füße wippten unaufhaltsam, die Hände pflügten Luft, „es soll ein Ort sein, der zu Debatten anspornt.“

( Elisa von Hof )