Kultur

Ein abgeschnittener Daumen kommt per Post zur Begrüßung

Auf der Helgoländer Polizei-Dienststelle herrscht große Aufregung: Gleich an ihrem ersten Arbeitstag im Revier erhält die neue Kollegin Anna einen abgetrennten Daumen zugeschickt. Ein abartiger Scherz oder der Hinweis auf ein Verbrechen? Tim Erzbergs Thriller-Debüt „Hell-Go-Land“ hat es in sich.

Für Anna ist es Heimkehr und Neubeginn zugleich: Die auf Helgoland geborene Polizistin, viele Jahre auf dem Festland beschäftigt, übernimmt auf der Nordseeinsel den Posten der stellvertretenden Polizei-Dienststellen-Leiterin. Eine Nachricht auf dem Handy mit unbekanntem Absender begrüßt sie: „Willkommen. Genieße diese Woche.“ Es sollen stürmische sieben Tage werden – und unheilvolle. In Tim Erzbergs Thriller „Hell-Go-Land“ wetteifern menschliche mit Urgewalten.

Anna hatte vor einigen Jahren Insel und Vergangenheit hinter sich gelassen. Zu viel war passiert, das sie andernorts verarbeiten wollte. So richtig gelang ihr das nie. Hier, auf dem kargen Eiland, will sie nun das alte Trauma überwinden. Doch das kostet Kraft. Ihre Dauermigräne macht ihr zudem schwer zu schaffen. Immerhin wird sie an ihrem ersten Tag auf dem Revier freundlich begrüßt: Marten, ein früherer Schulkamerad, freut sich auf die Arbeit mit seinem ehemaligen Jugendschwarm. Und Paul, der Chef, scheint auch in Ordnung zu sein.

Kaum, dass Anna ihren Dienst antritt, erhält sie per Post einen abgeschnittenen Daumen. Viel können die Ordnungshüter damit nicht anfangen. Das wäre eine Sache für die Kripo der übergeordneten Dienststelle. Doch ein Orkan unterbricht die Verbindung zum Festland. Und so versuchen die drei, mit den wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln der mysteriösen Sendung auf den Grund zu gehen. Es wird nicht die einzige bleiben. Inzwischen ist klar: Hier geht es um Mord oder einen geplanten Mord.

( Frauke Kaberka )