Komödie am Kurfürstendamm

Bei "Er ist wieder da" gibt's einiges zu lachen

Hitler hat überlebt und macht Karriere im Fernsehen: „Er ist wieder da“ in der Komödie am Kurfürstendamm.

Er ist wieder da: Kristian Bader spielt Hitler am Kurfürstendamm

Er ist wieder da: Kristian Bader spielt Hitler am Kurfürstendamm

Foto: Theater am Kurfürstendamm / G2 Baraniak / x

Man muss es vorab sagen: „Er ist wieder da“ ist keine Hitler-Komödie, sondern eine Mediensatire. Auch wenn im Mittelpunkt eine Figur namens Adolf Hitler steht. Der wacht 2011 in einer Brache in Berlin auf, die Uniform ist staubig und stinkt nach Benzin. Das mit dem Verbrennen im Frühjahr 1945 scheint nicht geklappt zu haben. Am Mittwochabend hatte die Inszenierung mit dem wunderbaren Kristian Bader als Hitler Berlin-Premiere im Theater am Kurfürstendamm.

Der arg weitschweifige Debütroman des Journalisten Timur Vermes erschien 2012 – und schlug ein wie eine Bombe. Wer den Roman nicht kennt, hat mehr von der Inszenierung des Altonaer Theaters. Regisseur Axel Schneider hat eine pointensichere Bühnenfassung erstellt. Und die Gags kommen besser, wenn man sie nicht kennt. Grundkenntnisse der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts schaden nicht, das Premierenpublikum quittierte schon den ersten Satz „Wo ist Bormann?“ mit Lachen.

Die Reichskanzlei ist Vergangenheit, Hitler arrangiert sich dank Zeitungslektüre erstaunlich schnell mit den neuen Zeiten. Eine Produktionsgesellschaft entdeckt ihn. Sein Auftritt in einer Comedyshow wird ein You­tube-Hit. Alle halten ihn für einen Schauspieler. Er wird als Linker und Jude beschimpft. Die „Bild“-Zeitung hat sich auf ihn eingeschossen, aber das große Demaskierungsinterview wird ein Flop, weil Hitler gar nicht leugnet, dass er den Holocaust zu verantworten hat. Die TV-Fuzzis interessieren sich nicht für seine Botschaft, nur die Quote zählt. Schließlich bekommt er eine eigene Talksendung.

Der Abend erinnert an eine klassische Grips-Theater-Inszenierung. Die luftige Bühne (Lars Peter) ermöglicht schnelle Szenenwechsel. Die Figuren – Hitler ausgenommen – sind Karikaturen. Aber das passt schon zu einer Satire. Und zu lachen gibt es einiges.

Theater am Kurfürstendamm, Kurfürstendamm 206/209, Karten: 88 59 11 88, Termine: bis 20. November und vom 5. bis 22. Januar