Kultur

Reaktionen

Die Vergabe des Literaturnobelpreises an Bob Dylan hat viele überrascht. Einige sind voll des Lobes, andere wundern sich. „Kaum ein anderer Autor hat in der Tat seine Generation so beeinflusst wie Dylan und hat Literatur und Dichtung so mit der populären Songkunst verbunden wie er“, meint Filmemacher Wim Wenders.
„Die Stockholmer Jury hat eine mutige Entscheidung getroffen, mit der sie auch in diesem Jahr wieder die Genregrenzen sprengt“, attestiert Außenminister Frank-
Walter Steinmeier
(SPD). „Gelegentlich erlaubt sich die Akademie ein ,Späßken‘“, schrieb dagegen Literaturkritiker Denis Scheck. „Die Auszeichnung von Bob Dylan ist genauso ein Witz wie es die von Dario Fo war. Am besten, man lacht mit.“ Literaturkritikerin Sigrid Löffler hält die Wahl für eine „fan- tastische Fehlentscheidung“. Die Schwedische Akademie wolle sich seit einiger Zeit interessant machen „durch besonders ausgefallene Namen, die sie da kürt“. „Ich bin ein Dylan-Fan, aber dies ist ein schlecht durchdachter Nostalgie-Preis, her- ausgerissen aus den ranzigen Prostatas seniler, sabbernder Hippies“, twitterte der britische Autor Irvine Welsh. Ironisch nimmt es seine Kollegin Sibylle Berg: „Die Chancen für mich, den Nobelpreis in Physik zu bekommen, haben sich gerade dramatisch erhöht.“