Staatsballett

"Renner, du Penner" - Mütter-Demo vor "Nussknacker"-Premiere

Schülerinnen des Staatsballetts und ihre Mütter haben gegen Sasha Waltz und Johannes Öhmann als künftige Doppelspitze demonstriert.

Mütter und Ballett-Kinder demonstrieren vor der Deutschen Oper

Mütter und Ballett-Kinder demonstrieren vor der Deutschen Oper

Foto: Volker Blech

Lautes Geschrei herrschte am Freitagabend vor der Deutschen Oper in Charlottenburg. Während das Balllettpublikum in die Premiere des "Nussknackers" strömte, demonstrierte vor der Tür ein knappes Dutzend für den Erhalt des Staatsballetts.

Diesmal waren es allerdings nicht die Tänzer, sondern die Mütter der Ballettkinder. Auf Plakaten wurde die Ablehnung von Sasha Waltz und Johannes Öhmann als künftige Doppelspitze des Staatsballetts deutlich. Die Kinder sollen weiterhin klassisches Ballett lernen und nicht in den zeitgenössischen Tanz wechseln müssen, erklärte eine beteiligte Mutter. Ein kleines Mädchen schrie dazu ausdauernd "Renner, Du Penner". Der Kulturstaatssekretär verteidigt die Personalentscheidung.

Das Motto der Demonstration lautete "Waltz weg, Malakhov back". In dieser kleinen Interessengruppe wünscht man sich anstelle des amtierenden Ballettintendanten Nacho Duato dessen Vorgänger Vladimir Malakhov zurück. Der frühere Startänzer steht für die klassische russische Balletttradition.

Aus den Reihen der Tänzer war zu hören, dass man mit dieser Demonstration nichts zu tun habe. Bei dieser Premiere sollte es allein um die Kunst gehen.

Die Berliner Choreografin Sasha Waltz hatte sich zur Premiere angekündigt, aber am Freitag kurzfristig abgesagt. Tim Renner hatte seine Teilnahme bereits Tage vorher wieder abgesagt.

Währenddessen ließ das Staatsballett auf der Bühne die Puppen tanzen. Ballettchef Nacho Duato hat die Handlung ins frühe 20. Jahrhundert verlegt – und erntete dafür Bravo- als auch Buhrufe. Gefeiert wurden die Ersten Solisten Iana Salenko und Marian Walter.