Tape Art Convention

Eine Kunstwerk aus schwarzem Klebeband

Zum ersten Mal findet die Tape Art Convention in Berlin statt. Neun internationale Künstler werden im Oktober erwartet.

Slava Ostap beendet sein Kunstwerk „Arche Berlin“

Slava Ostap beendet sein Kunstwerk „Arche Berlin“

Foto: DAVIDS/David Darmer

Mit schnellen Bewegungen fixiert er graues Klebeband an einer Wand, kürzt es mit einem Cuttermesser. Er schaut sich sein Kunstwerk an, wie es in der Gesamtkomposition wirkt und nimmt den nächsten Streifen Tape. Slava Ostap lebt seit über zehn Jahren in Berlin und ist Tape-Art Künstler. Neben ihm werden noch acht weitere Künstler in der Stadt zusammenkommen, um gemeinsam ihre Werke auf der ersten „Tape Art Convention“ auszustellen und neue Projekte zu entwickeln.

Die Kunst mit dem Klebeband, Tape Art, ist aus der Urban und Street Art entstanden. Der Fokus liegt dabei auf den verschiedenen Formen, Farben und Materialien. Ist das Tape aus Papier werden die Enden fasrig, PVC ist glatt, glänzt. Mit Skulpturen, Rauminstallationen sowie hinterleuchteten Bildern soll in der Neurotitan Galerie von Schwarzenberg die Vielfalt der Tape Art gezeigt werden. An der Ausstellung nehmen unter anderem Benjamin Murphy aus London, der Australier Buff Diss sowie Max Zorn aus Amsterdam teil. „Mit der Convention möchten wir Tape Art als eigene Kunstform etablieren“, so Stefan Busch, der zu dem Berliner Kollektiv Tape That gehört und die Ausstellung künstlerisch leitet. Gemeinsam mit Slava Ostap hatten die sechs Künstler die Idee der Convention und werden ebenfalls ausstellen.

Dabei werden sie von der Berliner Firma „Klebeland“ unterstützt. „Jeder, der die Möglichkeit hat an Tapes ranzukommen, kann auch Tape Artist werden“, so der Geschäftsführer Mohamed Ghouneim. Ihm liegt das Projekt offensichtlich am Herzen. Findet doch die Pressekonferenz am Dienstag in den Räumen seines Geschäfts statt. Überall sind Klebebänder gestapelt, in diversen Farben und Größen. An den Wänden hängt Tape Art, selbst in den Maschinenräumen, wo die Bänder auf die richtige Breite zugeschnitten werden. „Wer es noch nicht mitgekriegt haben sollte, Mo ist ein Kunstsammler“, kommentiert Stefan Busch, als der Geschäftsführer stolz auf die Werke hinweist.

Auf 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird in der Galerie am Hackeschen Markt in Mitte die Gruppenausstellung der Tape Art-Künstler präsentiert. Dort soll außerdem Raum für spontane künstlerische Kollaborationen und Workshops für die Besucher entstehen.

Ein letzter Schnitt, Slava Ostap beendet sein Kunstwerk „Berliner Arche“. Im Zentrum ein schwarz getapetes Schiff, auf dem der Fernsehturm trohnt.

Tape Art Convention, Neurotitan Galerie, 9. Oktober bis 5. November

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