Neuer Chefdirigent

Kirill Petrenko zum ersten Mal am Pult in der Philharmonie

Einstand für Kirill Petrenko in der Philharmonie - allerdings mit dem Bayerischen Staatsorchester. Er dirigierte Strauss und Wagner.

Kirill Petrenko

Kirill Petrenko

Foto: dpa

Der Jubel am Ende war ein Bekenntnisjubel. Kirill Petrenko wurde vom Berliner Publikum willkommen geheißen. Das Klassikereignis hat schon eine Weile auf sich warten lassen. Gut ein Jahr, nachdem der gebürtige Russe zum Chefdirigenten der Philharmoniker gewählt wurde, stand er jetzt erstmals am Pult in der Philharmonie. Allerdings vorm falschen Orchester - zumindest aus Berliner Sicht.

Petrenko gastierte mit seinem Bayerischen Staatsorchester beim Musikfest. Das Münchner Traditionsorchester wurde unter seiner Leitung bereits zweimal bei Kritikerumfragen zum „Orchester des Jahres“ gewählt. Es stellt sich die Frage, was Petrenko an diesem Orchester findet, dass er erst verspätet 2019 zu den Philharmonikern kommt? Und dann zunächst mit halber Kraft.

Die Frage beantwortete sich am Mittwoch spätabends bei der Zugabe von Wagners „Meistersinger“-Ouvertüre, wenn unüberhörbar wird, dass Petrenko im Herzen ein Operndirigent ist. Der Dirigent liebt das Überschäumende, das Energetische. Das führten Petrenko und sein Orchester zuvor auch in Richard Strauss’ Sinfonia domestica vor. An diesem Abend wollte Petrenko überwältigen. Das ist ihm gelungen.