Kultur

Barenboim fordert zur Aufnahme von Flüchtlingen auf

Dirigent Daniel Barenboim hat die ­lateinamerikanischen Staaten und vor allem sein Heimatland Argentinien aufgefordert, Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Argentinien sei immer gastfreundlich gewesen, er selbst habe es als Einwanderersohn erlebt, sagte Barenboim am Sonntag bei einem Gespräch mit dem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Felipe González im Theater Colón in Buenos Aires. „Es ist das einzige Land, in dem es selbstverständlich erscheint, dass man mehrfache Identitäten haben kann“, so Barenboim.

Man könne Araber, Jude, Pole oder Russe sein, und deswegen sei man nicht weniger Argentinier. Dies erkläre auch die enge Beziehung des West-Eastern Divan Orchestras (Wedo), in dem Israelis, Palästinenser, Iraner und Türken zusammenspielen, zu Argentinien. Die islamischen, christlichen und jüdischen Gemeinschaften in Argentinien, Brasilien und Chile sollten mit Unterstützung der ­Regierungen ihrer Staaten die Aufnahme von Flüchtlingen fördern. Dabei könne man nicht das Risiko der Einschleusung vereinzelter Terroristen vermeiden. Das Gespräch fand im Rahmen eines zweiwöchigen Festivals mit Konzerten des von Barenboim geleiteten Wedo statt. Das Orchester wird am 13. August unter Barenboims Leitung in der Berliner Waldbühne spielen.