Kultur

„Irritationen“ nach Dirigentenwechsel in Bayreuth

Nach dem kurzfristigen Dirigentenwechsel bei den Bayreuther Festspielen hat sich die Arbeit laut „Parsifal“-Regisseur Uwe Eric Laufenberg verändert. Hartmut Haenchen gehe mehr in eine Richtung wie Pierre Boulez: „Die möglichst genaue Auffassung des Notentextes soll zu einer Binnenspannung führen“, sagte Laufenberg der „Süddeutschen Zeitung“. Haenchens Vorgänger Andris Nelsons habe das Stück „breiter genommen und aus seiner Person zu beseelen versucht“. „Haenchen steht eher für einen Glauben daran, dass die musikalische Architektur die Heiligkeitsströme liefert.“ Nelsons hatte seinen Vertrag Ende Juni überraschend auflösen lassen. Haenchen wird die diesjährigen Bayreuther Festspiele nun am 25. Juli mit dem „Parsifal“ eröffnen. „Er ist hoch konzentriert, seine Auffassung des Stückes in den wenigen verbliebenen Proben zu vermitteln“, sagte Regisseur Laufenberg. „Er hat auch sein eigenes Orchestermaterial mitgebracht, was erst mal für Irritationen sorgte. Es ist eine spannende, aber sehr andere Auffassung als bei Nelsons.“

Rund 100 Kinos in Deutschland, darunter in Berlin (Gropius-Passagen, Titania, Potsdamer Platz, am Alex, am Eastgate), sowie in Österreich und der Schweiz übertragen am 25. Juli die Neuinszenierung des „Parsifal“ per Satellit auf die große Leinwand, teilten die Bayreuther Festspiele mit. Vor Beginn und in den beiden Pausen des dreiaktigen Werks unter der musikalischen Leitung von Hartmut Haenchen sollen Interviews und Reportagen einen Einblick hinter die Kulissen geben. Eine weitere Kooperation der Festspiele gibt es mit dem neuen Spartensender Sky Arts. Zum ersten Mal in der Geschichte der Festspiele werde der Bezahlsender den kompletten „Ring“-Zyklus in der Inszenierung von Frank Castorf live übertragen, die musikalische Leitung hat Marek Janowski: „Das Rheingold“ (26.7.), „Die Walküre“ (27.7.), „Siegfried“ (29.7.) und „Götterdämmerung“ (31.7.).