Sharon Dodua Otoo

In Berlin lebende Britin gewinnt Ingeborg-Bachmann-Preis

Mit einem Text über die Interaktion eines Herrn Gröttrup mit seinem Frühstücksei hat Sharon Dodua Otoo den Bachmann-Preis gewonnen.

Sharon Dodua Otoo mit dem Bachmann-Preis. Die Jury lobte ihren lakonischen Blick auf den deutschen Alltag

Sharon Dodua Otoo mit dem Bachmann-Preis. Die Jury lobte ihren lakonischen Blick auf den deutschen Alltag

Foto: Susanne Hassler / dpa

Die Schriftstellerin Sharon Dodua Otoo ist mit dem 40. Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet worden. Die gebürtige Britin mit Wurzeln in Ghana erhielt die Ehrung am Sonntag in Klagenfurt für ihren Text „Herr Gröttrup setzt sich hin“. Die Jury lobte die unangestrengte Satire über den deutschen Alltag, in dem ein Frühstücksei den Aufstand wagt.

Die 1972 in London und geborene und mittlerweile in Berlin lebende Otoo ist Herausgeberin der englischsprachigen Buchreihe „Witnessed“. Ihre erste Novelle erschien 2012 im Verlag edition assemblage. Ein Jahr später folgte die deutsche Übersetzung unter dem Titel „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“. Ihre jüngste Novelle „Synchronicity“ kam 2014 auf den Markt. Darüber hinaus hat sie bereits mehrere Kurzgeschichten wie „Whtnacig Pnait (Watching Paint)“ veröffentlicht.

Zum Bachmann-Preis wurde sie von der deutschen Jurorin Sandra Kegel eingeladen. Über die Geschichte des renommierten Wettlesens am Wörthersee wusste Otoo bis dahin nicht Bescheid.

14 Teilnehmer hatten sich in einem dreitägigen Wettlesen in der „Literaturarena“ am Wörthersee um die Auszeichnung und drei weitere Preise beworben. Der mit 25 000 Euro dotierte Hauptpreis ist nach der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) benannt und gilt als eine der renommiertesten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum.