Kultur

Künstlerinnen verdienen weniger als ihre Kollegen

Runder Tisch angekündigt - Kulturrat stellt Studie vor

Frauen in Kultur- und Medienberufen kommen voran: Ihr Anteil in Führungspositionen ist einer Studie zufolge gestiegen. Dennoch könne von Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen in diesem Bereich keine Rede sein, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bei der Präsentation der Untersuchung in Berlin. Sie kündigte einen Runden Tisch „Frauen in Kultur und Medien“ an. Dort sollten Ideen entwickelt werden, wie die Chancengleichheit für Frauen und Männer in den Kreativbranchen verbessert werden könne.

Langfristig erhoffe sie sich auch einen höheren Anteil an von Frauen geprägter Kunst, sagte Grütters. „In Museen hängen nach wie vor überwiegend Werke männlicher Künstler – und das liegt sicher nicht daran, dass Frauen nicht malen könnten“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien vor rund 200 geladenen Gästen.

Die Studie des Deutschen Kulturrats „Frauen in Kultur und Medien – Ein Überblick über aktuelle Tendenzen, Entwicklungen und Lösungsvorschläge“ wurde aus Bundesmitteln gefördert. Sie ergab unter anderem, dass 2014 im Vergleich zu 1994 zwar mehr Frauen in diesem Sektor in Führungspositionen sind, diese aber immer noch in der Minderzahl sind. Zugleich zeigte sich, dass Frauen im Kultur und Medienbereich deutlich weniger verdienen als Männer. Die Leitung liegt bei Kultureinrichtungen und Sendern nach wie vor in Männerhand. Dabei nahm die Zahl der Frauen in der Führungsspitze allerdings zu. Am stärksten war dies bei den Kunstmuseen der Fall, wo der Anteil der von Frauen geleiteten Häusern von 21 Prozent (1994) auf 34 Prozent (2014) stieg. Der Studie zufolge verdienen die Frauen im Kulturbereich deutlich weniger als Männer. Bezugspunkt waren die Daten der Künstlersozialversicherung. Weibliche Versicherte verdienen im Bereich Bildender Kunst 2015 zu 27 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.