Theater-Kritik

Eine Paraderolle: Jochen Busse wird zum Serienkiller

Premiere von „Pantoffel-Panther“ in der Komödie am Kudamm

Vor ihm sollte man sich in Acht nehmen. Er hat nichts zu verlieren und ist zu allem bereit. Sogar zu Mord, jedenfalls wenn das Geld stimmt. Denn Hasso Krause ist pleite. Sogar mehr als das. Seine Wohnung soll geräumt und der Besitz gepfändet werden. Krause droht der Knast. Er hat 500.000 Euro Schulden. Die kann er als Mitarbeiter bei Obis Hähnchengrill sicher nicht so schnell auftreiben. Dafür steht ihm das Kostüm aber blendend. Als das Kabarett-Urgestein, wie das Programmheft Jochen Busse nennt, bei der Premiere von „Der Pantoffel-Panther“ an der Komödie am Kurfürstendamm als Riesenhuhn auf die Bühne stolpert, johlt der Saal.

Doch kurz vor Krauses finanziellem Supergau naht Rettung. Ein italienischer Mafiosi, der Krause mit einem Serienkiller verwechselt, bietet ihm zwei Millionen, wenn Krause seinen ärgsten Konkurrenten erledigt: das Mammut. Natürlich geht ab diesem Zeitpunkt alles schief, was schief gehen kann – und das sehr witzig.

Für Jochen Busse scheint Hasso Krause eine Paraderolle. Diese Typen – bisschen Finanzbeamter, bisschen Stammtischredner und sich dabei für keinen Gag zu schade – haben es ihm angetan. Er spielte sie schon häufig, am populärsten in der Serie „Das Amt“. Busses Figuren haben es faustdick hinter den Ohren, man sieht es ihnen nur nicht an. Er spielt den Wolf im Spießerpelz, könnte man sagen. In verstockter Atmosphäre wirft er mit Witzen um sich, als wären sie Konfetti. Und als das Publikum die Pointe mal schon vorher errät, dreht er sich in den Zuschauerraum und sagt energisch: „Es ist schwer genug, mit 75 Jahren den Text in den Kopf zu kriegen. Dann will ich ihn jetzt nicht vorgesagt bekommen.“

„Der Pantoffel-Panter“. Komödie am Kurfürstendamm, Kurfürstendamm 206/209. 21., 22., 23., 24. Juni.