Kultur

Warten auf den Einsatz für das Gute

Einsam: Benno Fürmann als Mitglied einer EU-Eliteeinheit

Womöglich steht nach einem stressigen EM-Abend (Deutschland! Gegen Polen!) so manchem der Sinn nach amüsantem Zerstreuungskino, mit Benno Fürmann und Mavie Hörbiger. Nach schwarzem Humor und absurden Wendungen. Auf diese – beziehungsweise darauf, dass überhaupt mal was passiert – wartet Koralnik (Fürmann) in „Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss“ seit acht Jahren. Als Mitglied einer geheimen europäischen Eliteeinheit wollte er längst als Auftragskiller für das Gute in die Schlacht ziehen, allein: Nicht einen einzigen Auftrag hat er bisher bekommen. „Es passiert geopolitisch gerade so viel, und ich kann nicht verstehen, dass hier in meinem Gebiet...“ resümiert er. Unterdessen spricht er sich selbst auf den Anrufbeantworter und, tja: wartet.

Dann tritt Rosa (Hörbiger) in sein Leben. Die junge Frau rammt sein Auto und lässt nicht mehr locker. Für die Hilfsorganisation Organs for Africa arbeite sie, kümmert sich darum, Organspenden zu besorgen. Sie brauche gerade 30.000 Euro für eine Leber. So nimmt der Irrsinn seinen Lauf. „Derweilen möchte ich Sie bitten, mich nicht so lange anzuschauen, weil ich, wie gesagt, undercover bin“ ist einer der schönsten Sätze in dieser abstrusen Komödie, die vor anderthalb Jahren ins Kino kam. Jetzt bekommt sie im TV eine zweite Chance. Die auf 80 Minuten verdichtete Story überzeugt mit schwarzem Humor, und ist selbst dann ziemlich lustig, wenn ein abgeschossener Zeh mit Klebeband wieder befestigt werden soll.

Arte, heute, 23 Uhr