Kultur

Christian Kohlund muss sich immer mit allen anlegen

Der neue Donnerstags-Krimi der ARD spielt in Zürich

Eigentlich will Thomas Borchert (Christian Kohlund) auf einem Markt in Zürich nur etwas Obst kaufen. Doch dann wird er Zeuge, wie eine asiatische Frau beim Stehlen von Brot ertappt wird. Ein Händler und ein Sicherheitsbeamte werfen sie brutal zu Boden, Borchert mischt sich in das Handeln ein, möchte schlichten und den offensichtlichen Mundraub der Frau aus eigener Tasche bezahlen. Doch da täuscht er sich in der Schweizer Gründlichkeit. Die Frau wird wegen der Lappalie in Haft genommen, Borchert bekommt ebenfalls Ärger mit der Justiz und wird der Körperverletzung beschuldigt.

Als er seinen alten Freund Reto Zanger (Robert Hunger-Bühler) beauftragt, seine Rechte wahrzunehmen und sich auch um den Verbleib der Asiatin zu kümmern, fragt der ihn etwas indigniert: „Musst du dich überall einmischen?“ Aber genau so ein Typ ist der ehemalige Anwalt und Wirtschaftsmanager: Borchert ist ein Mann mit einem ausgeprägten Rechtsempfinden, der interveniert. Allerdings auch jemand, der beschuldigt wird, Millionen veruntreut zu haben und am Tode eines Kompagnons die Mitschuld zu tragen.

Nach Athen, Tel Aviv und Urbino spielt der nächste Donnerstags-Krimi der ARD in Zürich, dem reichen und schillernden Finanzzentrum in der Schweiz – mit einer spannenden Figur im Mittelpunkt. Für Christian Kohlund, 1950 in Basel geboren, bedeutet die Rolle auch eine Rückkehr in die Schweiz. Zehn Jahre lang leitete er als Markus Winter „Das Traumhotel“ in der gleichnamigen ARD-Serie eine Reihe von Hotels in verschiedenen Ländern rund um den Globus. Den Thomas Borchert spielt er als lässigen und eigentlich ausgeglichenen Typen, der jedoch auch zu Rüpelhaftigkeiten neigt und mit Obrigkeiten seine Probleme hat.

Allzu gerne würde Borchert seine juristischen Angelegenheiten selbst regeln, doch seine Anwaltszulassung in der Schweiz ist abgelaufen. Zanger empfiehlt ihm eine junge Kollegin. Allerdings hakt es anfangs ganz erheblich zwischen dem älteren Mann und der attraktiven Dominique Kuster (Katrin Bauerfeind).

Der Titel „Borcherts Fall“ ist doppeldeutig. Zum einen geht es um das verschwundene Kind, zum anderen um Borcherts Vorgeschichte. Man sieht ihn, wie er nachts Unterlagen mit endlosen Zahlenkolonnen studiert, aber was sich genau dahinter verbirgt, das wird noch nicht verraten. Das erfahren die Zuschauer dann erst am 5. Mai in der Fortsetzung der Geschichte mit dem Titel „Borcherts Abrechnung“.

Der Zürich-Krimi: Borcherts Fall“, Heute, 20.15 Uhr, ARD