Kultur

Bald ist er Berliner: Oliver Reeses letzte Saison in Frankfurt

Mit elf Ur- und Erstaufführungen verabschiedet sich der Frankfurter Schauspiel-Intendant Oliver Reese aus Frankfurt. Zweiter Schwerpunkt seiner achten und letzten Spielzeit am Main sind antike Klassiker. Reese übernimmt 2017 das Berliner Ensemble. Er hatte bei seiner Vorstellung Ende 2014 in Berlin angekündigt, aus dem Berliner Ensemble „ein Theater der Gegenwart“ machen zu wollen und nach internationalen Autoren Ausschau zu halten. Man solle ins Theater gehen wie in einen neuen spannenden Film, sagte Reese. Der Dramatiker und Schriftsteller Moritz Rinke wird am BE ebenfalls Mitglied der Leitung.

In der laufenden Spielzeit in Frankfurt liegt die Auslastung bei über 90 Prozent, wie Geschäftsführer Jan Fischer am Montag berichtete. Es sei eine „Rekordspielzeit“. Im Vergleich zu der Zeit vor Reeses Amtsantritt habe das Schauspiel die Einnahmen verdoppelt, die Besucherzahl um 50 und die Abonnentenzahl um 165 Prozent steigern können. Im großen Haus stehen 2016/17 – neben antiken Tragödien – fast nur Stücke von lebenden Autoren auf dem Programm. „Wir wollen beweisen, dass Theater kein Literaturmuseum ist“, sagte Reese. Viele der Uraufführungen überschreiten die Genre-Grenzen: ein Schauspiel mit Tanz von Falk Richter („Safe Places“), ein „Finanz-Western“ von Alexander Eisenach („Der kalte Hauch des Geldes“) oder ein „musikalisches Familientableau“ von Lydia Steier („Kein Schöner Land“).