Gendarmenmarkt

Classic Open Air mit Wagner, Ute Lemper und Till Brönner

Auf dem Gendarmenmarkt findet ab 21. Juli das Classic Open Air Festival statt. Große Namen - nicht nur der Klassik - sind dabei.

Zündende Einstimmung: Zum Auftakt der Classic Open Air 2014 zischte über der Bühne am Gendarmenmarkt ein Feuerwerk in den Himmel

Zündende Einstimmung: Zum Auftakt der Classic Open Air 2014 zischte über der Bühne am Gendarmenmarkt ein Feuerwerk in den Himmel

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Pressekonferenz zum Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt, das vom 21. bis 25. Juli stattfindet, wird am Donnerstag zur Stunde der Erinnerungen und Anekdoten. Das Rückbesinnliche ist schnell zu erklären: Es steht das 25. Festival bevor, also eine Jubiläumssaison.

Gerhard Kämpfe, Festivaldirektor und Gründer, schwelgt geradezu in Erinnerungen an die Zeit Anfang der 90er-Jahre, als man sich noch auf dem Platz der Akademie traf, aus dem schließlich der heutige Gendarmenmarkt wurde.

Gerhard Kämpfe erzählt vom Auftakt mit Startenor José Carreras, der über eine Stunde lang Zugaben gab. Der spanische Tenor war aber Ende der 80er-Jahre an Leukämie erkrankt. Kämpfe sorgt sich also um dessen Kräfte. Hinter der Bühne fragt er Carreras, ob er denn nicht müde sei. Carreras geht raus auf die Bühne und fragt das Publikum: Seid ihr müde? Dann geht es weiter.

Crossover-Programm zwischen Klassik und Moderne

Dieses unbeirrte Weitermachen hat Kämpfe offenbar beeindruckt. Ein bisschen ist er selber so. Dass das Classic Open Air seit 1992 einen derartigen Erfolg hat, dankt Gerhard Kämpfe dem Publikum, das sein Crossover-Programm zwischen Klassik und Moderne angenommen hat.

„Wir können uns drehen und wenden, wie wir wollen, ohne die Besucher finden wir nicht statt“, sagt er. 723.000 Besucher kamen in all den Jahren, dar über hinaus gab es Fernsehübertragungen in 65 Länder.

Stargäste des Festivals werden Ute Lemper und Chris de Burgh sein. Beide sind bereits in der „First Night“ (21.7.) nebst einem Feuerwerksfinale zu erleben. Aber auch Jazzmusiker Till Brönner, Klaus Hoffmann und Joja Wendt sind mit von der Partie. „Wiener Blut – von Strauß bis Udo Jürgens“ (22.7.) ist der Abend von Eva Lind und Sebastian Reinthaller.

Bei „Die Welt der Oper in Licht und Feuer“ (23.7.) erwarten das Publikum neben Werken von Verdi, Wagner und Bizet auch Lichtspiele und Feuerinszenierungen. Unter dem Titel „Gershwin, Bernstein & Friends“ (24.7.) wird der Fokus auf amerikanische Komponisten wie Leonard Bernstein und George Gershwin gelegt.

Das große Finale ist ganz Chris de Burgh zugeschrieben

Es spielt das Konzerthausorchester Berlin, Intendant Sebastian Nordmann kündigt an, dass man bis dahin versucht, weiße Smokings für die Musiker zu beschaffen. Eben die Kleidung, wie sie in Amerika zu diesen Anlässen üblich sei. Solisten des Abends sind Organist Cameron Carpenter, Geiger Ray Chen und Sopranistin Nadja Michael.

Das große Finale des Festivals (25.7.) ist ganz Chris de Burgh zugeschrieben. Der irische Weltstar hatte bereits ein gefeiertes Konzert auf dem Gendarmenmarkt gegeben.

Ansonsten wirft man sich an diesem Donnerstag die Anekdoten nur so zu. Kämpfe erzählt von den älteren Damen, die in der Anfangszeit die Tickets kon­trollierten. Sie ließen jeden durch, der einen schicken Anzug und Handy trug. Kämpfe wies an: Nur wer eine Eintrittskarte oder einen Ausweis bei sich trug, darf auf den Platz.

Dann erlebte er eine absurde Situation. Zwei Damen hatten sich vor Polizisten aufgebaut: „Die Uniformen können sie sich ja ausgeliehen haben. Eintrittskarte und Ausweis, sonst kommen Sie hier nicht rein!“

Auch Intendant Sebastian Nordmann hat seine Erinnerungen an jene Anfänge. Mit einem Studienfreund wollte er ins Konzert. „Als Studenten kommen wir da schon rein“, erzählt er, „auch ohne Eintrittskarte.“ Sie scheiterten. Also liefen sie einem herauskommenden Paar hinterher und kamen mit deren Eintrittskarten hinein. Heute versuchen Studenten ebenso erfindungsreich, in Nordmanns Konzerthaus zu gelangen.